> > > Thüringisches Landesmusikarchiv freut sich über Tagebücher aus dem Umfeld Franz Liszts
Donnerstag, 30. Juni 2022

Zeitzeugenberichte bieten interessante Einblicke

Thüringisches Landesmusikarchiv freut sich über Tagebücher aus dem Umfeld Franz Liszts

Weimar, . Als Dauerleihgabe hat das Thüringische Landesmusikarchiv zwei Tagebücher der Liszt-Zeitgenossin Lidy Steche erhalten. Ihre Ururenkelin Elisabeth Rathjens übergab die Dokumente aus ihrem Besitz an die Einrichtung.

Lidy Steche war Tochter des Großherzoglich Sächsisch-Weimarischen Hofzahnarztes Christian Friedrich Anermann und veranstaltete ab den spätern 1840er Jahren in ihrer Leipziger Wohnung jeden Sonntag musikalische Matinées. Dazu waren häufig berühmte Musiker und Komponisten zu Gast, darunter auch Franz Liszt (1811-1886). In ihren Tagebuchaufzeichnunegn schildert sie Geburtstagsfeiern bei Liszt, gesellschaftliche Ereignisse wie die Enthüllung des Goethe-Schiller Denkmals oder Liszts Probenarbeit zu seinem berühmten Konzert im Jahr 1857 zu diesem Anlass. Eines der Bücher enthält außerdem ein über die Jahre 1841 bis 1853 geführtes ausführliches Protokoll über den Leipziger Musiksalon. Sie zählt Zuhörer und Musizierende auf, darunter neben Liszt auch Robert und Clara Schumann, Berlioz, Wagner und Brahms und berichtet über das dargebotene Repertoire. Die authentischen Berichte über Anlässe wie z.B. ein Überraschungskonzert zum Geburtstag Liszts, geben aufschlussreichen Einblick in Liszts Leben.

Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 im ungarischen Raiding geboren und studierte Klavier, Musiktheorie, Harmonielehre und Komposition in Wien, unter anderem bei Carl Czerny. Nach ersten Konzertreisen durch England und Frankreich wohnte er in den 1830er Jahren in Paris und lernte dort neben Balzac und Heine auch Chopin und Berlioz kennen. Im Jahr 1833 lernte er Marie D'Agoult kennen, die als Schriftstellerin unter dem Namen Daniel Stern bekannt wurde. Ab 1835 lebten sie gemeinsam in Genf und Italien und bekamen drei Kinder, darunter Cosima, spätere Ehefrau Richard Wagners. 1842 wurde Franz Liszt zum Hofkapellmeister der Stadt Weimar ernannt. Nach einer enttäuschten Beziehung zur Fürstin Sayn-Wittgenstein nahm Liszt 1859 die niederen geistlichen Weihen und lebte anschließend als Abbé Liszt in Rom, Budapest, Weimar und Bayreuth. Im Jahr 1875 ernannte man ihn zum Präsidenten der ungarischen Musikakademie in Budapest. Vor Allem komponierte Liszt Orchester-, Vokal-, Orgel- und Klavierwerke. Er starb am 31. Juli 1886 in Bayreuth.

Weiterführende Informationen:

Portrait Franz Liszt

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