> > > Krystian Zimerman will nicht mehr in den USA konzertieren
Mittwoch, 26. Februar 2020

Polnischer Pianist protestiert gegen amerikanische Politik

Krystian Zimerman will nicht mehr in den USA konzertieren

Los Angeles, . Der polnische Pianist Krystian Zimerman hat am vergangenen Sonntag am Ende eines Konzertes in der Disney Hall in Los Angeles plötzlich seinen Auftritt unterbrochen, sich zum Publikum umgedreht und die amerikanische NATO-Politik kritisiert.

Zimerman hatte gerade seine Hände zum ersten Akkord des letzten Satzes gehoben, als er plötzlich inne hielt und sich an die überraschten Zuhörer wandte um zu verkünden, dass er künftig nicht mehr in den USA auftreten wolle. Wörtlich übersetzt rief er: "Hände weg von meinem Vaterland". Mit dem Ausruf wollte der Pianist gegen Barack Obamas Ankündigung protestieren, einen NATO-Verteidigungsschild auf polnischem Boden zu installieren.

Nach der Unterbrechung setzte sich Zimerman wieder an seinen Flügel und spielte Karol Szymanowskis (1882-1937) "Variationen über ein polnisches Volkslied". Die Reaktionen der Zuhörer auf die unerwartete politische Äußerung Zimermans waren gemischt: Einige beschimpften den Pianisten mit Zwischenrufen und verließen den Saal, andere applaudierten.

Schon seit dem Jahr 2006 protestierte der polnische Pianist auf unterschiedlichste Weise gegen die US-amerikanische Politik. Dabei hatte er vor allem George W. Bushs Politik in Bezug auf das Gefangenenlager Guantanamo Bay im Blick. Allerdings könnten Zimermans Motive auch persönlich motiviert sein: Kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 konfiszierten und zerstörten amerikanische Zollbeamte seinen Flügel, da sie befanden, dass der Leim des Instruments "seltsam roch". Seither geht der Pianist Medienberichten zufolge nur noch mit Teilen seines Klaviers auf Reisen in die USA. Diese baue er dann vor Ort in ein Instrument ein, das in New York gelagert werde.

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