> > > Oper Köln: Sanierung kostet noch einmal 22,2 Millionen Euro mehr
Samstag, 4. Februar 2023

Oper Köln, Außenansicht Offenbachplatz (Visualisierung), © Arge SBK

Oper Köln, Außenansicht Offenbachplatz (Visualisierung), © Arge SBK

Gesamtkosten voraussichtlich bei mehr als 1 Milliarde Euro

Oper Köln: Sanierung kostet noch einmal 22,2 Millionen Euro mehr

Köln, . Ursprünglich sollte die Sanierung des Kölner Opernhauses rund 250 Millionen Euro kosten, im September 2021 lag man noch bei knapp 643 Millionen Euro. Nun musste Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) anlässlich einer Pressekonferenz eingestehen, dass es nochmals teurer wird. Derzeit werden von den Verantwortlichen 665 Millionen beziehungsweise 674 Millionen inklusive eines Risikozuschlages veranschlagt. Als Grund für die weiteren Kosten wurden allgemeinen Preissteigerungen, Insolvenzen von beauftragten Firmen und Mehraufwand durch die Behebung von Baumängeln genannt.

Ob die jetzt im Raum stehende Zahl noch einmal nach oben angepasst werden muss, wollten die Verantwortlichen nicht verneinen. Aufgrund des Baufortschritts würden die Risiken allerdings immer kleiner. Den aktuellen Versprechungen zufolge soll Ende März 2024 die dann zwölfjährige Instandsetzung von Oper und Schauspielhaus abgeschlossen sein. Zur Spielzeit 2024/2025 will man das Opernhaus wieder für das Publikum öffnen.

Rechnet man die Finanzierungskosten und die Kosten für die Übergangsspielstätten hinzu, liegen die Sanierungskosten bei einer Milliarde Euro. Der Bund der Steuerzahler kritisiert das Projekt daher regelmäßig in seinem jährlichen "Schwarzbuch". Dieses listet Projekte auf, bei denen massiv Steuergelder der Bürger verschwendet wurden, Angesichts der Kosten von dann voraussichtlich mehr als einer Milliarde Euro sprengt die Sanierung in Köln jeglichen Rahmen. "In Hamburg (Anm. der Redaktion: Die Kosten der neuen Elbphilharmonie betrugen am Ende 866 Millionen Euro) wurde neu gebaut, in Köln wird hingegen nur saniert", sagte Bärbel Hildebrands, Pressesprecherin des Bunds der Steuerzahler, auf Anfrage von t-online. Aus ihrer Sicht seien die nochmals gestiegenen Baukosten im vergangenen Jahr nur das "Sahnehäubchen auf dem Chaos".

Das Kölner Opernhaus wurde 1957 eröffnet, das Schauspielhaus folgte 1962. Beide Häuser stehen heute unter Denkmalschutz. Ursprünglich war lediglich eine Sanierung des Opernhauses geplant, während das Theater abgerissen werden sollte. Die Sanierung wurde 2012 begonnen. Kosten- und Zeitplan der Opernsanierung sind in den vergangenen Jahren immer wieder nach oben korrigiert worden, mittlerweile liegen die Kosten bei knapp 570 Millionen Euro (klassik.com berichtete). Die Wiedereröffnung des Hauses nach mehrjähriger Sanierung war ursprünglich für November 2015 geplant. Durch Planungsfehler konnten die Bauarbeiten jedoch nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, außerdem meldete ein Bauunternehmen während der Bauphase Insolvenz an.

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