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Dienstag, 7. Februar 2023

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Christian Gerhaher & Gerold Huber, © Nikolaj Lund

Christian Gerhaher & Gerold Huber, © Nikolaj Lund

Auszeichnung geht an das Liedduo Christian Gerhaher / Gerold Huber und den Pianisten Florian Uhlig

Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau 2023

Zwickau, . Der Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau geht im nächsten Jahr an das Liedduo Christian Gerhaher/Gerold Huber und den Pianisten Florian Uhlig. Beide Preisträger werden für ihre Einspielungen der Werke Robert Schumanns geehrt. Uhlig hatte eine Gesamteinspielung des Schumann-Klavierwerks vorgelegt, das Liedduo sämtliche Lieder des Komponisten aufgenommen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll Anfang Oktober 2023 in Zwickau verliehen werden.

Florian Uhlig wurde 1974 in Düsseldorf geboren. Im Alter von zwölf Jahren gab er seinen ersten Klavierabend. Später studierte er bei Peter Feuchtwanger sowie anschließend am Royal College of Music und an der Royal Academy of Music in London. Im Laufe seiner musikalischen Karriere gewann Uhlig verschiedene Preise, darunter 1996 den Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb Zwickau, den Europäischen Kulturpreis der Fondation Européenne de la Culture, den Stephen-Arlen-Gedächtnis-Preis der English National Opera sowie die Queen Elisabeth Rose Bowl. Darüber hinaus wurde der Pianist dreimal in Folge mit dem Kritikerpreis der Münchner Tageszeitung geehrt. Ab 2014 war er Professor an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, seit 2019 an der Musikhochschule Lübeck.

Christian Gerhaher (*1969 in Straubing) studierte Medizin und Gesang in der Opernklasse der Münchner Hochschule für Musik. Darüber hinaus besuchte er Meisterkurse bei Liedlegenden wie Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf und Inge Borkh. Gerhaher gilt als einer der herausragenden Musiktheater-Darsteller unserer Zeit. Stimmlich wie schauspielerisch meistert er die anspruchsvollsten Partien, mit einem weitgespannten Repertoire von Mozart bis Wagner, von Verdi bis Alban Berg und Aribert Reimann. Auch gibt Gerhaher seine Erfahrungen an die nächste Sängergeneration weiter, aktuell sowohl an seiner ehemaligen Hochschule in München als auch an der Royal Academy of Music in London. Gemeinsam mit Gerold Huber, seinem Klavierpartner seit Schulzeiten, konnte er sich zum geradezu idealtypischen Duo der Liedinterpretation entwickeln. Zu einer umfangreichen Diskographie angewachsen sind Gerhahers Lied-Referenzen, darunter eine Gesamtaufnahme sämtlicher 299 Lieder Robert Schumanns sowie Einspielungen der wichtigsten Liedkomponisten wie Schubert, Brahms – und Hugo Wolf, stets zusammen mit Gerold Huber. Vom mehrfachen Sänger des Jahres über Preise der deutschen Schallplattenkritik und den Deutschen Theaterpreis "Der Faust" bis zum Olivier Award hat der Bayerische Kammersänger zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Mit der Hugo-Wolf-Medaille kommt nun eine weitere hochkarätige Auszeichnung hinzu, die seinen Einsatz für das Lied honoriert.

Gerold Huber (*1969 in Straubing) fand schon zu Schulzeiten mit seinem Duo-Partner Christian Gerhaher zusammen. Bereits während seiner Zeit als Stipendiat an der Hochschule für Musik in München nahm Huber das Lied in den Fokus: Er studierte Liedgestaltung bei Helmut Deutsch und besuchte die Liedklasse von Dietrich Fischer-Dieskau in Berlin. Heute prägt er selbst die kommende Pianistengeneration, in Meisterkursen sowie als Professor für Liedbegleitung an der Hochschule für Musik in Würzburg. Neben Gerhaher arbeitet er – ob live oder in Form von CD-Aufnahmen – mit weiteren Sängern zusammen, darunter Christiane Karg, Julian Prégardien, Bernarda Fink, Georg Zeppenfeld, Ruth Ziesak und Franz-Josef Selig. Zu seinen Kammermusikpartnern zählten das Artemis- und das Henschel-Quartett, der Trompeter Reinhold Friedrich sowie der Cellist Maximilian Hornung.

Der mit 10.000 Euro dotierte Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau wird für die Verbreitung der musikalischen Werke oder die Erforschung von Leben und Schaffen Robert Schumanns verliehen. Er wird seit 1964 an "hervorragende Dirigenten, Instrumentalisten, Sänger, Klangkörper oder Institutionen des deutschen und internationalen Musiklebens" vergeben, seit 2003 im Zweijahresrhythmus. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a. Annerose Schmidt, Jörg Demus, Dr. Gerd Nauhaus, das Abegg-Trio, Kurt Masur, Peter Schreier, Prof. Dr. Bernhard R. Appel, Nikolaus Harnoncourt, John Eliot Gardiner, Alfred Brendel, Juliane Banse, Daniel Barenboim, Heinz Holliger, Thomas Synnofzik, Hartmut Höll und András Schiff.

Weiterführende Informationen:

Portrait Sir John Eliot Gardiner
Portrait Juliane Banse
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