> > > Faust-Theaterpreis 2022 für Marlis Petersen
Samstag, 4. Februar 2023

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Marlis Petersen, © Yiorgos Mavropoulos

Marlis Petersen, © Yiorgos Mavropoulos

lorian Lutz erhält Preis für die beste Musiktheater-Inszenierung

Faust-Theaterpreis 2022 für Marlis Petersen

Düsseldorf, . Bei der diesjährigen Verleihung des Faust-Theaterpreises ist Marlis Peteresen für ihre Rolle der Emilia Marty in „Die Sache Makropulos“ an der Berliner Staatsoper Unter den Linden ausgezeichnet worden. Bei ihrem Rollendebüt als Emilia Marty in Janaceks „Die Sache Makropulos“ gelingt Marlis Petersen aus Sicht der Jury das facettenreiche, komplexe Porträt einer Frau, die in patriarchale Strukturen gezwungen, Opfer und Täterin zugleich ist – manipulativ, lebensgierig und zerbrechlich. Mit stimmlicher und darstellerischer Intensität beglaubigt sie die zahlreichen Verwandlungen der Figur, die Libretto und Komposition verlangen, fügt ihnen weitere hinzu und wird damit zum schillernden Zentrum der Inszenierung. Die Auszeichnung für die beste Inszenierung im Musiktheater ging an Florian Lutz für seinen "Wozzeck" am Staatstheater Kassel, Rafaele Giovanola erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Tanz für "Sphynx" am Staatstheater Mainz. Mit einem Perspektivpreis wurde in diesem Jahr die Oper Halle mit der Inszenierung „Manru“ ausgezeichnet.

Die 1968 in Sindelfingen geborene Marlis Petersen widmete sich schon in jungen Jahren der Musik. Bevor sie ihre Gesangsausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart begann, spielte sie schon einige Jahre Querflöte und Klavier. Sie blieb der ernsten Musik immer verbunden, auch wenn sie nach dem Studium ihr Talent für den Jazztanz entdeckte und ausbildete. Danach belegte Petersen einen weiterführenden Studiengang, in dem ihre Stimme in den Fächern Oper und Zeitgenössische Musik geschult wurde. 1990 gewann sie beim VDMK-Wettbewerb in Berlin in der Sparte Oper-Operette-Konzert ihren ersten Preis. Seitdem war die Sopranistin Ensemblemitglied zunächst ab 1994 in Nürnberg und 1998 bis 2003 an der Deutschen Oper am Rhein. Darauf folgten Gastauftritte unter anderem bei den Bregenzer Festspielen, der Wiener Oper oder der Hamburgischen Staatsoper. Eine zentrale Rolle in Petersens Opernlaufbahn spielt Alban Bergs Protagonistin Lulu, mit welcher sie unter anderem auch in New York, Chicago, Athen, München und anderen internationalen Opernhäusern gefeiert wurde.

Die diesjährigen Preisträger wurden von einer von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste benannten siebenköpfigen Jury gekürt. Zur Jury zählen Tatjana Gürbaca, Sebastian Hannak, Helgard Haug, Tim Plegge, Nathalie Singer, Marion Tiedtke und Jürgen Zielinski.

Der Deutsche Theaterpreis "Der Faust" ist ein 2006 ins Leben gerufener nationaler, undotierter Theaterpreis. Verabstakter sub die Kulturstiftung der Länder, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Landeshauptstadt Düsseldorf und der Deutsche Bühnenverein.

Grundlage für die Vergabe des Preises sind Vorschläge der Theater. Ein Theater darf jedoch keine eigene Produktion vorschlagen. Eine Jury aus künstlerischen Berichterstattern und einem Ausschuss des Deutschen Bühnenvereins, bestehend aus Intendanten, Ballettdirektoren, Regisseuren, Dramaturgen und Kulturpolitikern, nominiert aus den eingegangenen Vorschlägen für jede der Kategorien drei Künstler. Über diese Vorschläge stimmt eine Jury, die aus Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste besteht, ab.

Weiterführende Informationen:

Portrait Marlis Petersen

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