> > > Cellist Ivan Skanavi gewinnt den Grand Prix Emanuel Feuermann
Samstag, 26. November 2022

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Ivan Skanavi beim Grand Prix Emanuel Feuermann, © Sebastian Gabsch

Ivan Skanavi beim Grand Prix Emanuel Feuermann, © Sebastian Gabsch

Gewinner erhält Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro

Cellist Ivan Skanavi gewinnt den Grand Prix Emanuel Feuermann

Berlin, . Der russische Cellist Ivan Skanavi hat den diesjährigen Wettbewerb um den "Grand Prix Emanuel Feuermann" gewonnen. Skanavi gewann neben dem mit 15.000 Euro versehenen 1. Preis auch den Sonderpreis für die beste Interpretation des für den Wettbewerb komponierten Auftragswerkes „Aphorismen und Bagatellen“ von Jörg Widmann. Den mit 10.000 Euro dotierten 2. Preis erhielt Christoph Heesch aus Deutschland, der 3. Preis und 5.000 Euro gingen an Benett Tsai aus Australien. Der Sonderpreis für die beste Interpretation des im Semifinale präsentierten Divertimentos für Streichtrio von Wolfgang Amadeus Mozart ging an Keisuke Morita aus Japan. Für die beste Interpretation eines Cellokonzerts von Joseph Haydn wurde der Australier Benett Tsai ausgezeichnet. Ein "Musikpreis für Junge Talente" erhielt an Jiayi Liu (China), den Publikumspreis gewann Christoph Heesch.

Ivan Skanavi wurde 1996 in Moskau geboren. Er begann im Alter von sechs Jahren mit dem Cellospiel. Von 2003 bis 2012 erhielt er Unterricht bei Tamara Alekseeva und später bei Alexey Seleznev am Akademischen Musikcollege des Moskauer Tchaikovsky Konservatoriums. 2017 begann er sein Bachelorstudium bei Wolfgang Emanuel Schmidt an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Skanavi war u.a. Semifinalist des Tchaikovsky Wettbewerbs für junge Musiker, erreichte die 2. Runde beim Münchner ARD-Wettbewerb und erhielt u.a. beim Wettbewerb „Ton & Erklärung“ in Hannover einen Sonderpreis. Er spielte als Kammermusiker und Solist unter Dirigenten wie Anatoly Levin, Timo Handschuh, Alexander Skulski und Azim Karimov. Meisterkurse besuchte er bei David Geringas, Natalia Gutman, Claudio Bohorquez, Wolfgang Emanuel Schmidt, Xavier Phillips und Torleif Thedeen.

Der Grand Prix Emanuel Feuermann wurde 2002 gestiftet und findet aktuell alle sechs Jahre statt, veranstaltet wird der Wettbewerb von der Universität der Künste Berlin und der Kronberg Academy. Schirmherr des Wettbewerbs ist Daniel Barenboim. Unter den bisherigen Gewinnern sind Danjulo Ishizaka (2002), Giorgi Kharadze (2006), Alexander Buzlov (2010) und Aurélien Pascal (2014).

Emanuel Feuermann wurde am 22. November 1902 in Kolomea, Galizien, geboren. Er studierte zunächst bei Anton Walter in Wien, später führte er seine Studien in Leipzig bei Julius Klengel fort. Im Alter von nur 16 Jahren erhielt er eine Professur am Kölner Konservatorium und wurde Solo-Cellist des Gürzenich-Orchesters. Von 1927 bis 1933 war er Professor an der Berliner Musikhochschule und ging in den Folgejahren auf Konzertreisen nach Nord- und Südamerika sowie in den Nahen und Fernen Osten. 1933 wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung von seiner Professur enthoben und emigrierte über London in die USA. Emanuel Feuermann starb am 25. Mai 1942 in New York überraschend im Alter von 39 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn an den Folgen einer Operation. Feuermann war neben Pablo Casals einer der bewundertsten Cellisten des 20. Jahrhunderts. Die hohe Wertschätzung für ihn ist bis heute einhellig: „Ein Jahrhunderttalent“, schrieb der berühmte Geiger Jascha Heifetz, und für Arthur Rubinstein war er „Der größte Cellist aller Zeiten“. Feuermanns Spiel galt als warm, persönlich, schwärmerisch-farbenreich, virtuos und atemversetzend. In seiner kurzen Musikerkarriere trug er dazu bei, das Violoncello als Soloinstrument zu etablieren, und er revolutionierte das moderne Cellospiel.

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