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Montag, 5. Dezember 2022

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Franz Liszt: Sposalizio, © Klassik-Stiftung Weimar

Franz Liszt: Sposalizio, © Klassik-Stiftung Weimar

Schriften des Komponisten sollen über Online-Archiv zugänglich gemacht werden

Digitales Franz Liszt-Projekt

Saarbrücken, . Deutsche, französische und ungarische Wissenschaftler wollen alle Schriften des Komponisten Franz Liszt (1811-1886) als kommentierte und frei zugängliche digitalle Edition herausgeben.

Das umfangreiche literarische Werk Liszt' reicht weit über rein musikalische Fragen hinaus. In Aufsätzen, Büchern und literarischen Reisebriefen – etwa an George Sand, Heinrich Heine, Hector Berlioz – nahm er zu ästhetischen, kulturellen und sozialen Fragen seiner Zeit Stellung. Den damals revolutionären Werken Richard Wagners widmete er umfangreiche Essays, über Frédéric Chopins Leben und Schaffen verfasste er eine Monographie. Als Hofkapellmeister in Weimar (1848-1858) entwarf er das detaillierte Programm einer Goethe-Stiftung, mit der die Künste in Deutschland an den europäischen Rang der „Goethe-Zeit“ anknüpfen sollten. Das Buch über „Die Zigeuner und ihre Musik in Ungarn“ war getragen von der Überzeugung eines ungarischen Nationalepos in Tönen. Liszt schrieb auf Französisch, manches ließ er schon in seiner Weimarer Zeit ins Deutsche übersetzen und veröffentlichte es in Zeitschriften.

Von diesen Schriften, die ihre Zeit reflektieren und nachhaltig beeinflusst haben, liegen bisher nur Teile in moderner Edition vor. Dies zu ändern und sämtliche Schriften in kritischer und kommentierter Edition vorzulegen, haben sich die Wissenschaftler aus Saarbrücken, Trier, Heidelberg, Regensburg, Paris und Budapest vorgenommen. Dabei beschreitet die Edition neue Wege in Form einer frei zugänglichen digitalen Edition, die in Zusammenarbeit mit dem „Trier Center for Digital Humanities“ erarbeitet wird.

Das Projekt wird von Prof. Rainer Kleinertz (Saarbrücken) gemeinsam mit Dr. Claudia Bamberg (Trier) und Prof. Dorothea Redepenning (Heidelberg) geleitet. Kleinertz gilt als einer der renommiertesten Liszt-Forscher. Das Projekt ist zunächst auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit mehr als einer halben Million Euro gefördert.

Der Komponist Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 im ungarischen Raiding im Burgenland geboren. Er studierte Klavier, Musiktheorie, Harmonielehre und Komposition in Wien, unter anderem bei Carl Czerny. Nach Konzertreisen durch England und Frankreich blieb er in den 1830er Jahren in Paris, wo er neben Balzac und Heine auch Chopin und Berlioz kennenlernte. 1833 lernte er Marie D'Agoult kennen, die als Schriftstellerin unter dem Namen Daniel Stern bekannt wurde. Ab 1835 lebten sie zusammen in Genf und Italien und bekamen drei Kinder, darunter Cosima, die spätere Frau Richard Wagners. 1842 wurde Liszt zum Hofkapellmeister in Weimar ernannt. Nach einer enttäuschten Beziehung zur Fürstin Sayn-Wittgenstein nahm Liszt 1859 die niederen geistlichen Weihen und lebte fortan als Abbé Liszt in Rom, Budapest, Weimar und Bayreuth. 1875 wurde er Präsident der ungarischen Musikakademie in Budapest. Sein kompositorisches Schaffen umfaßt Orchester-, Vokal-, Orgel- und Klavierwerke sowie Werke für Klavier und Orchester. Liszt starb am 31. Juli 1886 in Bayreuth.

Weiterführende Informationen:

Portrait Franz Liszt

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