> > > Klassik Stiftung Weimar freut sich über neue Autographe von Johann Nepomuk Hummel
Montag, 5. Dezember 2022

Carola Sieber, Christian Hain, Gabriele Klunkert, Michael Hasenbeck, Ernst Hencke, Christa Haubold, © Hannes Bertram

Carola Sieber, Christian Hain, Gabriele Klunkert, Michael Hasenbeck, Ernst Hencke, Christa Haubold, © Hannes Bertram

Verpflichtungserklärung Hummels an Freimaurerloge

Klassik Stiftung Weimar freut sich über neue Autographe von Johann Nepomuk Hummel

Weimar, . Die Hummel-Gesellschaft-Weimar hat zwei Autographe des Weimarer Hofkapellmeisters Johann Nepomuk Hummel (1778-1834) aus dem Jahr 1819 als Dauerleihgabe an das Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar übergeben.

Finanziell unterstützt wurde der Erwerb durch die Weimarer Freimaurerloge Anna Amalia zu den drei Rosen. Bei den Schriftstücken handelt es sich um eine Verpflichtungserklärung Hummels zum Eintritt in die Freimaurerloge sowie um drei von der Loge vorgelegte Fragen, die Hummel schriftlich beantwortet. Mitglieder der Loge waren unter anderem auch Johann Wolfgang von Goethe oder Johann Gottfried Herder. Die Dokumente geben einen seltenen Einblick in die Verpflichtungen, die im 19. Jahrhundert mit dem Eintritt in die Freimaurerloge verbunden waren.

Historisch bedingt sind die Autographe weltweit gestreut, sodass noch weitere Funde zu erwarten sind. Das Goethe- und Schiller-Archiv bewahrt die Handschriften künftig unter besten konservatorischen Bedingungen auf und stellt sie für die Forschung zur Verfügung.

Johann Nepomuk Hummel wurde am 14. November 1778 in Preßburg geboren. Sein Vater Johannes Hummel war Geiger in der Wiener Hauskapelle des Fürsten Grassalkovich und später Orchester-Direktor des Preßburger Theaters. Johann Nepomuk bekam von ihm den ersten Klavierunterricht, jedoch sollten ihn die zwei Jahre Unterricht bei Wolfgang Amadeus Mozart in den späten 1780er Jahren stärker prägen. In diese Zeit (1787) fällt auch der erste öffentliche Auftritt als Klavierspieler in Dresden. Die erste Konzertreise folgte ein Jahr später und der Bekanntheitsgrad sowie das Können des Klaviervirtuosen wuchs stetig. 1804 wurde er auf Empfehlung Haydns, dessen Orgelschüler er zwischenzeitlich gewesen war, Leiter der Esterházyschen Kapelle in Eisenstadt. Ihm wurde allerdings 1811 wegen Vernachlässigung seines Dienstes gekündigt und er trat, nach einer für ihn enttäuschenden Anstellung als Hofkapellmeisters in Stuttgart 1816, im Februar 1819 die Stelle als Großherzoglicher Kapellmeister in Weimar an, wo er anschließend bis zu seinem Tode 1837 wirkte. Seine dreimonatigen Konzertreisen, die er jährlich unternahm, machten ihn von Paris bis Moskau bekannt. Sein Werk umfasst mehr als 350 Kompositionen, davon etwa 20 Werke für Soloinstrumente und Orchester, Opern, Ballette, Messen sowie Kammermusik und eine Fülle von Klavierkompositionen. Die bekanntesten Werke Hummels sind die fis-Moll Klaviersonate und das Klavierkonzert in h-Moll op.89 sowie die beiden Messen op.77 und op.111. Besonders berühmt und beliebt ist sein Trompetenkonzert, das zum Standardrepertoire jedes fortgeschrittenen Trompeters gehört. Hummels Klavierschule aus dem Jahr 1828 zählt zu den bedeutendsten klavierpädagogischen Schriften seiner Zeit.

Hervorzuheben sind auch sein soziales Engagement sowie sein Einsatz für das Urheberrecht und andere Musiker, wie z.B. Beethoven. Hummel wurde von Goethe sehr geschätzt, war oft bei ihm zu Gast, komponierte Lieder für Feierlichkeiten im Hause Goethe und bereicherte Empfänge mit seinem Klavierspiel.

Weiterführende Informationen:

Portrait Johann Nepomuk Hummel

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