> > > Studie: Sänger sind Corona-Virenschleudern
Donnerstag, 29. September 2022

Chorgesang (Symbolfoto), © Андрій Воїнов

Chorgesang (Symbolfoto), © Андрій Воїнов unter CC BY-SA 4.0

Spielen auf Blasinstrumenten verbreitet mehr Viren als das Atmen, aber weniger als Sprechen oder Singen

Studie: Sänger sind Corona-Virenschleudern

Göttingen, . Nach Einschätzung von Forschern des Göttinger Max-Planck-Institutes werden beim Singen 500 Mal mehr Aerosole als beim normalen Atmen freigesetzt und an die Umgebungsluft abgegeben. Damit ist auch das Risiko der Verbreitung von Viren wie Sars-CoV-2 erheblich. Unter den Instrumenten setzt laut Studie die Klarinette am meisten Aerosole frei, noch immer mehr als 50 Mal so viele wie bei ruhiger Atmung. Das Ansteckungsrisiko betrage bei der Klarinette und der Posaune im Abstand von 1,5 Metern nach vier Minuten bereits bis zu 50 Prozent, bei einer Flöte würde dieses Infektionsrisiko dagegen erst nach drei Stunden erreicht. Alle anderen gemessenen Instrumente lagen dazwischen. Insbesondere die für eine Übertragung von Viren wichtigen Atemtröpfchen blieben der Untersuchung zufolge in den Blasinstrumenten hängen, die Instrumente wirkten für diese wie ein Filter. Partikel kleiner als fünf Mikrometer dagegen dringten weitestgehend nach außen, blieben länger in der Luft und breiteten sich aus, so dass sie vor allem in ungelüfteten Räumen hohe Konzentrationen erreichen können.

Das Forscherteam untersuchte auch, wie gut sich die Ansteckungsgefahr durch eigens angefertigte Partikelfilter, ähnlich dem Vlies von FFP2-Masken, reduzieren lässt. Die Prototypen der Masken setzten sie dabei auf die Enden der Blechblasinstrumente; Holzblasinstrumente umhüllten sie fast vollständig mit dem Filtermaterial. "Bei Blechblasinstrumenten funktionieren Masken auf dem Schallstück zuverlässig, um den Ausstoß infektiöser Partikel zu reduzieren", so Oliver Schlenczek, Erstautor der Studie. Tragen darüber hinaus auch Zuhörer eine FFP2-Maske liegt die Ansteckungsgefahr selbst nach einer Stunde bei maximal 0,2 Prozent. Bei ausreichender Belüftung und dem Tragen von FFP2-Masken könnten Unterricht, Proben und Konzerte mit Blasinstrumenten laut Aerosolforscher Eberhard Bodenschatz.sicher durchgeführt werden.

Die Göttinger Forscher hatten in einem Reinraum die Anzahl und Größe von Partikeln gemessen, die beim Spielen von 20 verschiedenen Blasinstrumenten freigesetzt werden. Ermittelt wurde dabei jeweils die obere Grenze für das Infektionsrisiko mit der Omikron-Variante.

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