> > > Corona-Zwischenfall: Schaffner wirft Pianist Justus Frantz aus dem Zug
Dienstag, 27. September 2022

ICE 3 (Symbolfoto), © Stefan Flöper

ICE 3 (Symbolfoto), © Stefan Flöper unter CC BY-SA 4.0

Polizisten nehmen Musiker am Bahnsteig in Empfang

Corona-Zwischenfall: Schaffner wirft Pianist Justus Frantz aus dem Zug

Hamburg/Berlin, . Einem Medienbericht zufolge musste Pianist und Dirigent Justus Frantz (78) einen ICE der Deutschen Bahn vorzeitig verlassen, weil er keine Corona-Schutzmaske trug. Frantz war auf dem Weg von Hamburg nach Berlin für ein Wohltätigkeitskonzert zur Unterstützung der Kindertafel "Kinder in Not".

Den Angaben nach soll sich Frantz im Bord-Bistro des Zuges aufgehalten und noch versucht haben, dem Schaffner zu erklären, dass er gerade esse. Dieser lies sich angeblich jedoch nicht davon abbringen, pochte auf sein Hausrecht und verwies Frantz letztlich des Zuges. In Berlin-Spandau sei Franz am Bahnsteig gar von zwei Polizisten empfangen worden. Den Rest der Wegstrecke legte er anschließend mit einem Taxi zurück. Die Deutsche Bahn versicherte gegenüber der BILD-Zeitung, dass der Vorfall derzeit geprüft werden, eine weitere Stellungnahme dazu gab es nicht.

Justus Frantz wurde 1944 in Hohensalza (heute Inowroclaw/Polen) geboren und begann mit vier Jahren das Klavierspiel. Gemeinsam mit Claus Kanngießer gewann Frantz 1967 den zweiten Preis beim Musikwettbewerb der ARD im Duo Violoncello und Klavier. 1970 gelang ihm als Pianist mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan der Einstieg in eine internationale Karriere. In den USA debütierte er fünf Jahre später mit den New Yorker Philharmonikern unter Leonard Bernstein. 1986 wurde Frantz zum Professor an der Hamburger Musikhochschule berufen und gründete noch im gleichen Jahr das Schleswig-Holstein Musik Festival, wo er anschließend bis 1994 die Position des Intendanten innehatte. Zudem war er im Jahr 1989 Mitbegründer der jungen Deutsch-Sowjetischen Philharmonie sowie Gründer der Philharmonie der Nationen. 1989 wurde Justus Frantz zum Sonderbotschafter des Flüchtlingskommissars der UNO berufen, auch wurde er für sein Schaffen mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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