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Donnerstag, 29. September 2022

Seiji Ozawa bei Proben mit den Berliner Philharmonikern, © Martin Walz

Seiji Ozawa bei Proben mit den Berliner Philharmonikern, © Martin Walz

Japanischer Musiker wird für seine Verdienste um das Musiktheater geehrt

Österreichischer Musiktheaterpreis für Seiji Ozawa und Gundula Janowitz

Wien, . Bei der diesjährigen Verleihung des Österreichischen Musikpreises werden Dirigent Seiji Ozawa und Sopranistin Gundula Janowitz mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Ozawa wird für seine Verdienste um das Musiktheater mit dem Sonderpreis für "Internationales Kulturengagement" geehrt, Sopranistin Janowitz erhält für ihr Lebenswerk einen goldenen "Schikaneder". Darüber hinaus geht ein "Jugend-Sonderpreis" an die Sommerakademie der Wiener Philharmoniker. Die Verleihung des Musiktheaterpreises findet Mitte September in Grafenegg statt. Den Preis für Ozawa wird stellvertretend seine Tochter Seira Ozawa entgegennehmen.

Seiji Ozawa wurde am 1. September 1935 in Shenyang geboren. Nach seinem Dirigierstudium wurde er im Jahr 1961 Assistent von Leonard Bernstein bei den New Yorker Philharmonikern und leitete ein Jahr später bereits Konzerte mit dem San Francisco Symphony Orchestra. In den Jahren 1964 bis 1969 war er als Musikdirektor beim Ravinia Festival in Chicago tätig. Parallel leitete er ab 1965 auch das Toronto Symphony Orchestra als Musikdirektor und von 1970 bis 1976 das San Francisco Symphony Orchestra. Im Jahr 1973 übernahm er das gleiche Amt auch beim Boston Symphony Orchestra und blieb dort bis 2002. 1984 gründete Ozawa das Saito Kinen Orchestra in Japan und war Mitbegründer des Saito Kinen Festivals in Matsumoto im Jahr 1992. Im Oktober 1992 übernahm Ozawa das Amt des Musikdirektors an der Wiener Staatsoper, wo er bis zu einer schweren Erkrankung tätig war. Nach seiner Wiedergenesung leitete er international zahlreiche Konzerte. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Chevalier de la Légion d'Honneur 2001, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2002 und der Praemium Imperiale 2011.

Gundula Janowitz wurde am 2. August 1937 in Berlin geboren. Sie studierte bei Herbert Thöny am Konservatorium in Graz und begann ihre Bühnenkarriere Ende der 1950er Jahre. 1960 sang sie erstmals bei den Bayreuther Festspielen, woraufhin sie von Herbert von Karajan an die Wiener Staatsoper engagiert wurde. Dort blieb sie bis 1990 Mitglied des Ensembles. Janowitz trat international u. a. beim Festival d’Aix-en-Provence, bei den Salzburger Festspielen, dem Glyndebourne Festival sowie an der Metropolitan Opera in New York, der Mailänder Scala, der Pariser Oper und am Londoner Covent Garden auf. 1990 verabschiedete sie sich von der Bühne und wurde kurzzeitig Operndirektorin in Graz. Außerdem arbeitete sie als Gesangspädagogin. Für ihre Arbeit erhielt sie 1963 die Richard Wagner-Medaille Bayreuth und wurde 1967 zur Österreichischen Kammersängerin ernannt. 1974 erhielt sie denselben Ehrentitel in Berlin. Im Jahr 2000 erhielt sie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erster Klasse, außerdem 2003 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

Der Österreichische Musiktheaterpreis wurde 2012 von Karl-Michael Ebner ins Leben gerufen und wird jährlich vergeben. Geehrt werden herausragende Leistungen aus den Opern- und Theaterhäusern Österreichs. Nominierungen für die Preise werden von den Bühnen selbst sowie der Preisjury vorgenommen, ausgezeichnet werden Produktionen und Künstler der vorangegangenen Saison. Die Auszeichnung selbst ist eine Glasstatuette mit der Figur des Papageno. Der Jury gehörten 2022 Heinz Sichrovsky, Joachim Leitner, Miriam Damev, Boris Priebe, Johannes Enzinger, Daniel Lohninger, Michael Wruss, Nikolaus Köhler, Peter Jarolin und Robert Quitta an.

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