> > > Corona-Lockdown: Verfassungsgerichtshof gibt Künstlern recht
Freitag, 30. September 2022

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Pianist Florian Krumpöck, © Lukas Beck

Pianist Florian Krumpöck, © Lukas Beck

Ungleichbehandlung von Religion und Kunst

Corona-Lockdown: Verfassungsgerichtshof gibt Künstlern recht

Wien, . Das Betretungsverbot für Kultureinrichtungen im Rahmen der von der Politik verhängten Corona-Maßnahmen im November und Dezember 2021 war laut des österreichischen Verfassungsgerichtshof (VfGH) gleichheitswidrig. Die Verfassungsrichter hatten zwar keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen das Verbot, sahen aufgrund der Ausnahmen für Kirchen und Religionsgemeinschaften allerdings einen Verstoß gegen die Gleichbehandlung. Während des bundesweiten "Lockdowns" war das Betreten von Kultureinrichtungen für das Publikum untersagt, Zusammenkünfte zur gemeinsamen Religionsausübung waren jedoch von der Notmaßnahmenverordnung ausgenommen. Eine sachliche Rechtfertigung für diese Ungleichbehandlung von Religion und Kunst konnte das Gericht nicht feststellen.

Geklagt hatten mehrere Kulturschaffende der Initiative "Florestan" um den Pianisten und Dirigenten Florian Krumpöck, den Künstleragenten Florian Dittrich und den Anwalt Wolfram Proksch. Beteiligt hatten sich u.a. auch Künstler wie Günter Groissböck und Angelika Kirchschlager. Nun werden etwaige Schadenersatzansprüche geprüft.

In Deutschland hatte es unter dem Titel "Aufstehen für die Kunst" ebenfalls Klagen gegeben. Die Initiative hatte sich im Namen von 23 Künstlern stellvertretend erst an den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und schließlich ans Bundesverfassungsgericht gewandt. Diese Klage war jedoch nicht erfolgreich.

Florian Krumpöck wurde 1978 geboren. Er lernte Klavier bei Rudolf Buchbinder, Gerhard Oppitz, Elisabeth Leonskaja und Daniel Barenboim. Der Österreicher trat nach seiner Klavierausbildung in Europa, in den USA und Asien auf. Außerdem war er bei Festivals wie den Salzburger Festspielen und Osterfestspielen, den Bregenzer Festspielen, den Musikfestspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Musiksommer Bad Kissingen und beim KlangBogen Wien zu hören. Krumpöck ist auch als Dirigent tätig. Seine Karriere begann er 2006, als er beim Jerusalem Symphony Orchestra einsprang. Es folgte eine Stelle als Chefdirigent der Sinfonietta Baden. Zwischen 2011 und 2014 war er Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie Rostock und des Volkstheaters Rostock. 2012 wählte ihn das Sinfonieorchester Liechtenstein zum Künstlerischen Leiter und Chefdirigenten. Krumpöck stand darüber hinaus unter anderem am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, mit dem Gulbenkian Orchestra in Lissabon, dem Philharmonischen Orchester Trier, dem Philharmonischen Orchester Bremerhaven und den Wonju und Bucheon Philharmonic Orchestras auf der Bühne. Seit der Saison 2018/ 19 verbindet Florian Krumpöck auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Théâtre du Capitole in Toulouse. Seit Sommer 2015 ist Florian Krumpöck desweiteren Intendant des Kultursommer Semmering.

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