> > > Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut übernimmt Nachlass von Komponist Jürg Baur
Montag, 4. Juli 2022

Ulrike Baur-Hug, Sabine Brenner-Wilczek bei der Übergabe des Teilnachlasses, © Michael Gstettenbauer

Ulrike Baur-Hug, Sabine Brenner-Wilczek bei der Übergabe des Teilnachlasses, © Michael Gstettenbauer

Zur Schenkung gehören Originalmanuskripte, Skizzen, Stimm- und Arbeitsmaterialien

Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut übernimmt Nachlass von Komponist Jürg Baur

Düsseldorf, . Das Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf erhält einen Teil des Nachlasses von Jürg Baur: Die Schenkung beinhaltet unter anderem Originalmanuskripte, Skizzen, Stimm- und Arbeitsmaterialien, welche die bereits vorliegenden Archivalien ergänzen. Die offizielle Vereinbarung zur Übergabe der Unterlagen an das Heinrich-Heine-Institut wurde am gestrigen Donnerstag getroffen.

Bislang befand sich der Teil von Jürg Baurs Nachlass, nicht zuletzt eine Dokumentation des Düsseldorfer Musiklebens, im Besitz seiner Tochter Ulrike. Zukünftig sollen die Materialien im Heinrich-Heine-Institut dazu beitragen, den Komponisten als einen Kulturträger der Region neu zu entdecken. Die Verbindung des gebürtigen Düsseldorfers mit dem Heinrich-Heine-Institut reicht zurück bis in die 1970-er Jahre, als er erstmals Notenmanuskripte an das Archiv übergab. 2006 komponierte Baur für einen Heine-Abend in Amerika das Heine-Gedicht "Mondenschein (Nacht liegt auf den fremden Wegen)".

Jürg Baur wurde 1918 in Düsseldorf geboren. Im Alter von acht Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht. Später regten ihn Klavierwerke von unter anderen Johann Sebastian Bach, Béla Bartók und Paul Hindemith zum Komponieren an. Im Herbst 1937 nahm Baur schließlich sein Studium in der Kompositionsklasse von Philipp Jarnachs an der Hochschule für Musik Köln auf, wo er ebenfalls Klavier und Orgel studierte. 1946 wurde Baur Dozent für Musiktheorie am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf. Ein Jahr darauf schloss er sein Kompositionsstudium ab, um im Jahr 1948 ein Studium der Musikwissenschaft an der Universität zu Köln aufzunehmen. Baur arbeitete danach als Kantor an die Pauluskirche in Düsseldorf-Unterrath sowie als Bühnenmusikverfasser am Düsseldorfer Schauspielhaus. 1965 wurde Baur zum Direktor der heutigen Robert Schumann Hochschule berufen.

Baurs Schaffen als Komponist umfasst alle Gattungen der Musik. Zu seinen wichtigsten Werken zählen "Et Respice Finem" für Streichquartett oder "Meditazione sopra Gesualdo per organo (Fantasia grande in sette stazione)". Seine erste Oper komponierte er erst im Alter von 87 Jahren. Eigenen Angaben zufolge wollte er Neue Musik schreiben, "welcher der 'normale' Hörer zu folgen vermag" und in der er "einen tiefen Zusammenhang erkennen kann". Baur starb 2010.

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