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Samstag, 28. Mai 2022

Tenor William Cochran (1943-2022), © privat

Tenor William Cochran (1943-2022), © privat

Sänger gehörte 15 Jahre zum Ensemble der Oper Frankfurt

Tenor William Cochran gestorben

Königstein, . Der US-amerikanische Opernsänger William Cochran ist nach Angaben seiner Familie am 16. Januar im Alter von 78 Jahren verstorben.

Cochran war viele Jahrzehnte als Heldentenor an den großen Opernhäusern Europas und Nord- und Mittelamerikas aktiv. Prägend war er als Sänger mit großer darstellerischer Präsens über 30 Jahre hinweg vor allem an der Oper Frankfurt am Main, wo er 15 Jahre zum Ensemble gehörte.

Cochran wurde 1943 geboren. Er studierte am Curtis Institute of Music bei Martial Singher, später bei Lotte Lehmann. Er gewann u.a. den Lauritz Melchior-Heldentenor Foundation Grant und debütierte 1968 an der Metropolitan Opera in der Partie des Vogelsang in Richard Wagners Singspiel "Die Meistersinger von Nürnberg". Er trat an der Bayerischen Staatsoper München und weiteren bedeutenden internationalen Bühnen auf, so u.a. an der Metropolitan Opera New York, der San Francisco Opera, am Royal Opera Covent Garden London, der Nationaloper Amsterdam, der Opéra Nationale de Paris, La Monnaie Brüssel, am Opernhaus Zürich, der Wiener Staatsoper, der Berliner Staatsoper sowie der Staatsoper Hamburg.

Während seines Engagements an der Oper Frankfurt war er u.a. in Ruth Berghaus’ Ring der Siegfried. Sein Repertoire umfasste mehr als 60 Opern, darunter alle Heldentenor-Partien Richard Wagners, aber auch Charakterrollen zeitgenössischer Opern. Erfolge feierte er auch mit Hauptrollen wie beispielsweise in Leos Janaceks Oper „Jenufa“ sowie in Benjamin Brittens Opern. Als „Peter Grimes“ in Willy Deckers Inszenierung der Brüsseler Oper brillierte er 1997 auch am Teatro Real in Madrid. Auch in der Düsseldorfer Oper am Rhein trat er langjährig auf, wie beispielsweise in Schrekers „Die Gezeichneten“ (1987), aber auch in Operetten Jacques Offenbachs, die seinem schauspielerischen und komödiantischen Talent entgegenkamen.

Bekannt wurde William Cochran auch durch Film-, Fernseh- und Rundfunkaufnahmen und Einspielungen mit Dirigenten wie Leonard Bernstein, Claudio Abbado, Richard Kubelik, Bernard Haitink, Wolfgang Sawallisch.

1991 wurde ihm der Ehrentitel „Kammersänger“ verliehen und Frankfurt am Main ehrte ihn mit der „Harlekin“-Trophäe der Frankfurter Volksbühne. Im Jahre 1997 wurde Cochran mit dem Binding-Kulturpreis zur Ehrung seiner herausragenden, kulturellen Leistungen als integraler Bühnenkünstler und als Verkörperung des Frankfurter Musiktheater-Stils ausgezeichnet.

Nach seiner aktiven Karriere widmete Cochran sich der musikalischen Bildung junger Sänger und führte Kinder in Schulen früh an die spezifische Kunstform Oper heran. Mit dem Projekt „Oper in die Schule!“ erreichte er von 2004 bis 2008 überregional etwa 10.000 Schüler in Grund- und weiterführenden Schulen. William Cochrans Wirken und das Projekt mit Studierenden der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst wurde 2004 von dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau mit dem Förderpreis Inventio ausgezeichnet.

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