> > > Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert digitales Franz Liszt-Projekt mit Millionensumme
Donnerstag, 6. Oktober 2022

Franz Liszt: Sposalizio, © Klassik-Stiftung Weimar

Franz Liszt: Sposalizio, © Klassik-Stiftung Weimar

Projekt ist auf maximal 12 Jahre angelegt

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert digitales Franz Liszt-Projekt mit Millionensumme

Weimar, . Das Werk des Komponisten Franz Liszt soll als digitales Verzeichnis zugänglich gemacht werden. Für das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt kooperieren die Universität Heidelberg, die Sächsische Landesbibliothek Dresden sowie das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar. Grundlage für das Langzeitprojekt bildet die bereits digitalisierte Sammlung von Notenhandschriften des Komponisten, die in Weimar aufbewahrt werden. Mit der vollständigen Erfassung von Quellen und Werken Liszts solle eine zentrale Lücke der Musikforschung zum 19. Jahrhundert geschlossen werden, so Musikwissenschaftlerin Christiane Wiesenfeldt. "Franz Liszt ist der einzige prominente Komponist des 19. Jahrhunderts, zu dem bis heute kein vollständiges Quellen- und Werkverzeichnis vorliegt", so Wiesenfeldt anlässlich der Ankündigung. Das könne mitunter an Liszts vielseitigem Schaffen liegen: "Be- und Überarbeitungen, Neuschöpfungen, Aufführungsvarianten, wechselnde literarische Inspirationen – kaum ein Katalog eines romantischen Komponisten ist derart schillernd, bunt und fließend wie jener von Liszt."

Die geplante digitale Plattform soll das Verständnis für Liszts komplexe Inspirationen und seine Arbeit fördern, einen erweiterten Blick auf den Musiker ermöglichen sowie einen neuen Zugang zur Musik des 19. Jahrhunderts legen. Durch die freie Zugänglichkeit soll außerdem die Reichweite von Wissen über Liszt vergrößert werden. Für die ersten drei Jahre des auf maximal 12 Jahre angelegten Projektes wurden bereits 1,2 Millionen Euro bewilligt. Mit der Arbeit soll im April 2022 begonnen werden.

Der Komponist Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 im ungarischen Raiding im Burgenland geboren. Er studierte Klavier, Musiktheorie, Harmonielehre und Komposition in Wien, unter anderem bei Carl Czerny. Nach Konzertreisen durch England und Frankreich blieb er in den 1830er Jahren in Paris, wo er neben Balzac und Heine auch Chopin und Berlioz kennenlernte. 1833 lernte er Marie D'Agoult kennen, die als Schriftstellerin unter dem Namen Daniel Stern bekannt wurde. Ab 1835 lebten sie zusammen in Genf und Italien und bekamen drei Kinder, darunter Cosima, die spätere Frau Richard Wagners. 1842 wurde Liszt zum Hofkapellmeister in Weimar ernannt. Nach einer enttäuschten Beziehung zur Fürstin Sayn-Wittgenstein nahm Liszt 1859 die niederen geistlichen Weihen und lebte fortan als Abbé Liszt in Rom, Budapest, Weimar und Bayreuth. 1875 wurde er Präsident der ungarischen Musikakademie in Budapest. Sein kompositorisches Schaffen umfaßt Orchester-, Vokal-, Orgel- und Klavierwerke sowie Werke für Klavier und Orchester. Liszt starb am 31. Juli 1886 in Bayreuth.

Weiterführende Informationen:

Portrait Franz Liszt

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