> > > Trauer um Dirigent Bernard Haitink
Sonntag, 5. Dezember 2021

Bernard Haitink (1929-2021), © Wiener Philharmoniker

Bernard Haitink (1929-2021), © Wiener Philharmoniker

Niederländischer Musiker wurde 92 Jahre alt

Trauer um Dirigent Bernard Haitink

Amsterdam, . Der niederländische Dirigent Bernard Haitink ist verstorben. Der langjährige Chefdirigent des Amsterdamer Concertgebouw Orkest und des London Philharmonic Orchestra wurde 92 Jahre alt.

Bernard Haitink wurde am 4. März 1929 in Amsterdam geboren. Hier studierte er zunächst Violine am Konservatorium und spielte in einer Reihe von Orchestern. Unter Anleitung Ferdinand Leitners lernte er von 1954 an, zu dirigieren und wurde 1955 zweiter Dirigent des Rundfunkorchesters Radio Filharmonisch Orkest. 1961 wurde er zusammen mit Eugen Jochum zum gemeinsamen Chefdirigenten des Concertgebouw-Orchesters bestellt. Als dieser sein Amt 1964 aufgab, wurde Haitink künstlerischer Leiter des Orchesters. Bis 1988 hatte er diese Position inne. Zudem war er von 1967 bis 1979 erster Dirigent des London Philharmonic Orchestra und von 1987 bis 1998 musikalischer Leiter des Royal Opera House Covent Garden. 2002 wurde er Chefdirigent der Staatskapelle Dresden. Haitink war Ehrendirigent des Royal Concertgebouw Orchestra, Ehrenmitglied der Berliner Philharmoniker sowie des Chamber Orchestra of Europe. Er war u.a. Musical America’s Musician of the Year und wurde mit dem Gramophone Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Er war Commander im Orden des Niederländischen Löwens und Träger zahlreicher Ehrendoktortitel, u.a. der University of Oxford und des Royal College of Music. 2019 wurde er zum Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker ernannt. Im gleichen Jahr beendete Haitink seine Karriere nach 65-jähriger Laufbahn. Bernard Haitink starb am 21. Oktober 2021 in London.

Weiterführende Informationen:

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Bisherige Kommentare:

  1. Trauer um Ehrenmitglied Bernard Haitink
    Die Berliner Philharmoniker trauern um ihr Ehrenmitglied Bernard Haitink. Seit seinem Debüt im März 1964 dirigierte er das Orchester in der Philharmonie, auf Tournee, bei den Osterfestspielen, bei Europakonzerten und in der Berliner Waldbühne über 200 Mal. Zuletzt war er in einem Konzert im Mai 2019 in der Philharmonie Berlin mit der Siebten Symphonie von Anton Bruckner am Pult der Berliner Philharmoniker zu erleben. 1994 wurde Bernard Haitink die Hans-von-Bülow-Medaille der Berliner Philharmoniker verliehen, im Oktober 2004 wurde er zum Ehrenmitglied des Orchesters ernannt.

    Knut Weber und Stefan Dohr, Orchestervorstände der Berliner Philharmoniker: »Für uns als Berliner Philharmoniker war Bernard Haitink mehr als ein hochgeschätzter Dirigent – er war ein Freund und Wegbegleiter in vielen Jahrzehnten des gemeinsamen Musizierens. Als er im März 1964 sein philharmonisches Debüt gab, war er gerade 35 Jahre alt und stand am Beginn einer Weltkarriere. In den folgenden Jahrzehnten war Bernard Haitink für uns eine Konstante. Immer hat er uns durch seine Qualitäten beeindruckt und inspiriert – sein großes handwerkliches Können, seine vollkommene Kenntnis der Partitur, sein warmherziges, nobles Auftreten. In seiner Musizierhaltung war immer das freie Fließen der Musik das Ideal. Wir sind sehr dankbar, dass wir im Mai 2019 noch ein letztes Mal mit ihm die Siebte Symphonie von Anton Bruckner aufführen durften. Wir verneigen uns in tiefer Trauer vor einem großen Dirigenten und engen Freund.«
    Berliner Philharmoniker, 25.10.2021, 08:02 Uhr

  2. Die Sächsische Staatskapelle Dresden trauert
    Die Sächsische Staatskapelle Dresden trauert um ihren ehemaligen Chefdirigenten Bernard Haitink, der am gestrigen Donnerstag im Alter von 92 Jahren in London verstarb.

    Bernard Haitink stand der Sächsischen Staatskapelle Dresden von 2002 bis 2004 als Chefdirigent vor. Die Zusammenarbeit begann jedoch schon Jahre zuvor: Bereits vor seinem öffentlichen Kapelldebüt im April 1991 mit Franz Schuberts Dritter und Anton Bruckners Siebter Symphonie spielten Haitink und die Staatskapelle in der Lukaskirche die Opern »Fidelio« (1989) und »Der Rosenkavalier« (1990) ein. In den weiteren Jahren stand ein breites Repertoire auf den Konzertprogrammen, darunter Gustav Mahlers Zweite Symphonie mit Charlotte Margiono und Jard van Nes im Februar 1995 und Dmitri Schostakowitschs Fünfte Symphonie im Februar 1999. Auch der kapelleigenen Kammermusiktradition widmete sich Bernard Haitink und leitete im März 1996 einen Aufführungsabend mit Werken von Johannes Brahms und Wolfgang Amadeus Mozart.

    In der Folge des plötzlichen Todes von Giuseppe Sinopoli 2001 übernahm Haitink übergangsweise die Position des Chefdirigenten der Staatskapelle und leitete in Dresden wie auf Tournee eine Vielzahl von Konzerten. Sein Antrittskonzert am 2. September 2002 im Kulturpalast widmete er als Benefizkonzert den Opfern der Dresdner Jahrhundertflut; auf dem Programm stand auch Richard Strauss´ »Alpensinfonie«. Sein Engagement gilt als Glücksfall für Dresden und die Staatskapelle, denn Haitink überzeugte durch ein tiefes Verständnis für die große Tradition des Orchesters, die Förderung der einzigartigen Klangkultur und das Bewahren des weltweiten Renommees.

    In der »Edition Staatskapelle Dresden« dokumentieren insgesamt vier Volumes die gemeinsame musikalische Arbeit auf CD.

    Der Orchestervorstand der Staatskapelle Dresden: »Bernard Haitink zählte zu den herausragenden Dirigentenpersönlichkeiten seiner Generation. In seiner zweijährigen Zeit als Chefdirigent der Staatskapelle gab er dem Orchester wichtige Impulse in einer schwierigen Phase. Dabei setzte er einen besonderen Fokus auf das Bewahren des Kapellklangs und die Arbeit am Detail. Leider endete die Zusammenarbeit, die für die Kapelle weit mehr als eine Interimslösung war, viel zu früh. In tiefer Dankbarkeit verbunden werden wir Maestro Bernard Haitink stets als einen unserer großen Chefdirigenten in Erinnerung behalten.«

    Christian Thielemann, Chefdirigent der Staatskapelle: »Bernard Haitink war einer der wichtigsten Dirigenten der Gegenwart. Seine langjährige Zusammenarbeit mit den weltbesten Klangkörpern, wie seine Operntätigkeit in Covent Garden, haben unauslöschliche Spuren hinterlassen. Ich habe ihn sehr verehrt und oft seine Konzerte gehört.«
    Dresdner Staatskapelle, 22.10.2021, 09:52 Uhr

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Innovationspreis für Dortmunder Philharmoniker
25.000 Euro Preisgeld für Lehrprojekt, Sonderpreis für Rundfunkchor Berlin (03.12.2021) Weiter...

Hindemith-Preis 2022 für Komponistin Hannah Kendall
Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro dotiert (03.12.2021) Weiter...

Bayerischer Kunstförderpreis für Sopranistin Andromahi Raptis
Auszeichnung ist mit 6.000 Euro dotiert (03.12.2021) Weiter...

Semperoper Dresden mindestens bis Jahresbeginn geschlossen
Spielstätten reagieren auf Corona-Infektionsgeschehen (02.12.2021) Weiter...

Trio Sora mit Hans Gal Preis ausgezeichnet
Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert (02.12.2021) Weiter...

Neuer Anlauf: Steigerlied soll immaterielles Kulturerbe werden
Früherer Antrag hatte keinen Erfolg (02.12.2021) Weiter...

Münchner Veranstalter klagt gegen Corona-Regeln
Kultur gegenüber Gastronomie benachteiligt? (01.12.2021) Weiter...

Nach mehr als 120 Jahren: Mozartkugel-Fabrikant meldet Insolvenz an
Corona-Pandemie und steigende Kosten für Rohstoffe, Energie und Löhne (01.12.2021) Weiter...

Jennifer O'Loughlin und Lucian Krasznec werden Bayerische Kammersänger
Staatstheater am Gärtnerplatz ehrt Solisten (01.12.2021) Weiter...

Verlängerte Zwangspause: Daniel Barenboim sagt weiteres Konzert ab
Termin soll im Februar nachgeholt werden (30.11.2021) Weiter...

IMMA

Anzeige

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (11/12 2021) herunterladen (3500 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich