> > > Siegburg freut sich über Humperdinck-Tagebücher
Donnerstag, 2. Dezember 2021

Komponist Engelbert Humperdinck, © Deutsche Fotothek‎, Julius C. Schaarwächter

Komponist Engelbert Humperdinck, © Deutsche Fotothek‎, Julius C. Schaarwächter unter CC BY-SA 3.0 DE

Stadt erhält 48 Tagebücher des Sohnes von Engelbert Humperdinck als Leihgabe

Siegburg freut sich über Humperdinck-Tagebücher

Siegburg, . Die Stadt Siegburg hat Tagebücher von Wolfram Humperdinck erhalten. Insgesamt handelt es sich um 48 Tagebücher des Sohnes des Komponisten Engelbert Humperdinck, der in Siegburg geboren wurde. Wolfram Humperdinck (1893–1985) war als Regisseur und Intendant tätig, setzte sich für die Werke seines Vaters ein und verfasste eine Biografie. Da die Tagebücher aus den Jahren 1933 bis 1983 stammen, stellen sie neben der Humperdinck-Rezeption auch eine wichtige Fundgrube für das Musikleben allgemein in der Zeit der Nationalsozialisten und nach dem Krieg dar. Die Dauerleihgabe an das Siegburger Stadtarchiv wurde von Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann ermöglicht, der die Tagebücher aufgekauft hatte. Erst kürzlich entdeckte dieser in einem Poesiealbum auch die frühe Humperdinck-Komposition "Erinnerung" neu, auch dieses Album ist heute ein Ausstellungsstück. In diesem Jahr wird der 100. Todestag von Engelbert Humperdinck gefeiert.

Engelbert Humperdinck wurde am 1. September 1854 in Siegburg geboren. Nachdem er schon sehr früh Klavierunterricht erhalten hatte, begann er mit 12 Jahren zu komponieren. 1872 nahm er ein Studium am Kölner Konservatorium auf, wo er Untericht bei Ferdinand Hiller erhielt. Vier Jahre später gewann er den Mozart-Preis der Stadt Frankfurt. Das damit verbundene Stipendium gestattete ihm, seine Studien in München weiterzuführen. 1879 wurde er mit dem 1. Preis der Mendelssohn-Stiftung ausgezeichnet. Während der damit verbundenen Italienreise besuchte er Richard Wagner in Neapel der ihm anbot, bei der Uraufführung des Parsifal mitzuarbeiten. Humperdinck nahm das Angebot Wagners an und arbeitete bis zu dessen Tod 1883 mit ihm zusammen. Im selben Jahr wurde Humperdinck Kapellmeister in Köln. Nach Lehraufträgen in Barcelona und Frankfurt beendete er 1893 sein wohl bekanntestes Werk: "Hänsel und Gretel". Von den fünf Opern, die er in der Folgezeit komponierte, konnte keine an diesen Erfolg anknüpfen. Im Dezember 1900 zog er nach Berlin, wo er an der Berliner Musikhochschule eine Meisterklasse für Komposition unterrichtete. Dort widmete er sich einem neuen Genre: Schauspielmusiken. Besonders intensiv war hier die Zusammenarbeit mit dem am Deutschen Theater tätigen Max Reinhardt. Am 1.Oktober 1921 starb Humperdinck an einer durch einem Schlaganfall ausgelösten Lungenentzündung.

Weiterführende Informationen:

Portrait Engelbert Humperdinck

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