> > > Staatsoper Stuttgart: Gemeinderat bewilligt Planungskosten
Sonntag, 19. September 2021

Staatsoper Stuttgart, © Matthias Baus

Staatsoper Stuttgart, © Matthias Baus

Bei Sanierung könnten auf die Steuerzahler mehr als eine Milliarde Euro an Kosten zukommen

Staatsoper Stuttgart: Gemeinderat bewilligt Planungskosten

Stuttgart, . Im Fall der lang diskutierten Stuttgarter Opernsanierung hat sich der Gemeinderat der Stadt weitere Schritte beschlossen. Dem jetzt gefassten Beschluß zufolge sollen 13,5 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt für die Planung bereitgestellt werden. Die gleiche Summe übernimmt das Land Baden-Württemberg.

Die Stadt unterstreiche damit ihr "Gepräge als attraktive und anspruchsvolle Kulturstadt mit Zukunft", so Kulturbürgermeister Fabian Mayer (CDU). Auch die baden-württembergische Kunstministerin Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich erfreut über den Beschluss, der dem Haus die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung ermögliche. Neben den Planungen für das Opernhaus sollen 2022 auch die Planungen für eine Interimsspielstätte im Veranstaltungszentrum Wagenhallen im Norden der Stadt beginnen. Diese soll 2027 fertig sein. "Es ist mir wichtig, dass das Opern-Interim in bestmöglicher Nachbarschaft zu den Künstlerateliers am Nordbahnhof errichtet wird", so Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU).

Die Zustimmung des Gemeinderats ist im Grundsatz jedoch immer noch nur eine Vorentscheidung. Kritische Gegenstimmen gab es neben der Fraktion "Die Fraktion" im Gemeinderat beispielsweise zuvor vom Bund der Steuerzahler (klassik.com berichtete). Deren baden-württembergischer Landesvorsitzender Zenon Bilaniuk verwies auf die "finanziell äußerst angespannte Situation". Das Land steht bei weiter steigenden Schulden aktuell mit rund 59 Milliarden Euro in der Kreide. Daher müsse für das Projekt eine kostengünstigere Lösung gefunden werden.

Insgesamt könnten die Kosten wohl eine Milliarde Euro überschreiten. Dies ergibt sich unter anderem aus Baukosten von 550 Millionen Euro, einem Risikozuschlag sowie der erwarteten Baupreissteigerung für die nächsten zehn Jahre. Die endgültigen Kosten übernehmen Stadt und Land je zur Hälfte. Die Bauarbeiten sollen 2025 beginnen und fünf bis sieben Jahre dauern. Zeitgleich sollen außerdem das Badische Staatstheater Karlsruhe und das Nationaltheater Mannheim saniert werden, was den Landeshaushalt zusätzlich finanziell belastet. Bei allen drei Häusern sind die Arbeiten aufgrund des jeweiligen Gebäudezustands jedoch unausweichlich.

Das Opernhaus Stuttgart wurde 1912 nach Max Littmann fertiggestellt. Die von Littmann konzipierte und entworfene Theater-Doppelhausanlage mit Großem Haus, Kleinem Haus sowie den die beide Spielstätten verbindenden Funktionstrakten für Werkstätten, Technik, Verwaltung und Gastronomie machen das Haus zum größten Dreisparten-Theater der Welt. Eine Modernisierung wurde 1956 durch den Architekten Paul Stohrer vorgenommen.1983/84 wurden diese Eingriffe in den Zuschauerraum und die Foyers rückgängig gemacht und das Große Haus nach den Originalplänen Max Littmanns renoviert und technisch auf den Stand der Zeit gebracht. Generalmusikdirektor ist Cornelius Meister, als Intendant amtet Viktor Schoner. Bislang werden die Kosten für die geplante Renovierung auf eine Milliarde Euro geschätzt, 2025 soll mit den auf fünf bis sieben Jahre angelegten Arbeiten begonnen werden.

Weiterführende Informationen:

Externer Link

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Nach Sanierung: Gewandhaus Zwickau öffnet mit Don Giovanni
Sanierung teurer als ursprünglich geplant (17.09.2021) Weiter...

Corona-Spürhunde für Kulturveranstaltungen?
Tiere sollen Infektionen erkennen (17.09.2021) Weiter...

José Carreras: Abschied von der Wiener Staatsoper
Sänger trat erstmals 1974 am Haus auf (16.09.2021) Weiter...

Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb 2021
Erster Preis im Fach Klaviertrio und Violine ist jeweils mit 4.000 Euro dotiert (16.09.2021) Weiter...

Führender britischer Musikwissenschaftler zieht sich aus Forschung zurück
Wachsender Dogmatismus an den Universitäten schränkt Forschung ein (15.09.2021) Weiter...

Praemium imperiale für Cellist Yo-Yo Ma
Kein Preisträger in der Sparte Theater und Film (15.09.2021) Weiter...

Niedersächsischer Staatspreis für Pianist Igor Levit
Auszeichnung ist mit 35.000 Euro dotiert (14.09.2021) Weiter...

2G-Plus Regel für das Staatstheater Mainz
Ab Oktober nur noch begrenzte Anzahl an Plätzen für ungeimpfte Besucher (14.09.2021) Weiter...

Mehr Vielfalt: Orchester kündigt Musikern wegen geringer Diversität
Arts Council kritisiert English Touring Opera, Gewerkschaft empört (14.09.2021) Weiter...

Beethovenfest Bonn veröffentlicht Bilanz
12.200 Besucher bei 53 Veranstaltungen (13.09.2021) Weiter...

RHPP70

Anzeige

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (9/2021) herunterladen (3400 KByte) Class aktuell (3/2021) herunterladen (7642 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich