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Montag, 26. Juli 2021

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Brief Clara Schumanns an Ernst Rudorff, © SLUB Dresden

Brief Clara Schumanns an Ernst Rudorff, © SLUB Dresden

Rund 400 Briefe neu zugänglich

Staatsbibliothek Dresden erwirbt Korrespondenzen von Ernst Rudorff mit Clara Schumann und Johannes Brahms

Dresden, . Die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden hat rund 400 Briefe zwischen Clara Schumann, Johannes Brahms und Ernst Rudorff erworben. Unter den Neuzugängen sind 215 Briefe, Postkarten, Telegramme und Notizen sowie 170 andere Schriftstücke, die sich Schumann und Rudorff nach Abschluss ihres Unterrichtsverhältnisses 1858 bis zum Tod der Musikerin hin- und herschickten. Neben Musik tauschten sie sich auch über Politik, Gesellschaft, Alltag und Persönliches aus. Ferner gibt es 28 Schriftstücke zwischen Rudorff und Brahms, darunter auch ein Notenblatt, auf dem Mozarts Flötenkonzert KV 314 kommentiert wird. Bemerkenswert ist neben dem Inhalt die Vielfalt an Kommunikationsmitteln, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkam.

Bei dem Briefwechsel handelt sich um die letzte bislang unzugängliche Korrespondenz Schumanns. Jetzt ist auch sie in öffentlicher Hand; Bund und Kulturstiftung der Länder unterstützten den Ankauf aus Privatbesitz. Die Schreiben wurden „für einen namhaften sechsstelligen Betrag“ über das Auktionshaus Sotheby’s erworben, angeboten worden waren sie von Erben Rudorffs. Die Bibliothek hat die Dokumente bereits digitalisiert und sie online zugänglich gemacht. "Der Forschung sind damit buchstäblich keine Schranken mehr gesetzt", sagte SLUB-Generaldirektor Achim Bonte zu den neu erworbenen Quellen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters verwies außerdem auf den Wert der Dokumente außerhalb des Musikbereichs: "Diese faszinierende Korrespondenz spannt den Bogen über fast 40 Lebensjahre [...] Clara Schumanns und eröffnet Einblicke sowohl in private Fragen wie der Vereinbarkeit von Familienpflichten mit der Künstler-Karriere wie auch in die deutsche Musikgeschichte."

Clara Schumann wurde am 13. September 1819 in Leipzig geboren. Ihr Vater Friedrich Wieck hatte sie für eine Pianistinnenkarriere vorgesehen. Er unterrichtete seine Tochter und ließ sie bereits 1828 erstmals öffentlich auftreten. Ab 1832 folgten längere Konzertreisen. Für ihre Ehe mit dem Komponisten Robert Schumann gab sie diese vielversprechende Zukunft auf. Nach dessen Tod 1856 nahm sie ihre pianistische Tätigkeit wieder auf und setzte sich dabei nachhaltig für das Werk ihres Mannes ein. Daneben spielte sie auch Werke von Beethoven, Chopin und Brahms, mit dem sie eine langjährige innige Freundschaft verband. Clara Schumann komponierte selbst Lieder sowie einige kammermusikalische Werke, die den Einfluss ihres Gatten aufweisen. Sie starb am 20. Mai 1896 in Frankfurt am Main.

Weiterführende Informationen:

Portrait Clara Schumann
Portrait Johannes Brahms

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