> > > Ernst von Siemens Musikpreis 2021 für Komponist Georges Aperghis
Montag, 26. Juli 2021

1 / 9 >

Georges Aperghis, © Rui Camilo

Georges Aperghis, © Rui Camilo

Komponisten-Förderpreise gehen an Malte Giesen, Mirela Ivicevic und Yair Klartag

Ernst von Siemens Musikpreis 2021 für Komponist Georges Aperghis

München, . Der Ernst von Siemens Musikpreis geht in diesem Jahr an den Komponisten Georges Aperghis. Das Kuratorium der gleichnamigen Stiftung gab den nächsten Preisträger im Rahmen der Verleihung des Musikpreises 2020 bekannt. Aperghis sei "eine unverwechselbare Stimme unter den herausragenden Komponisten unserer Zeit", seine Musik gezeichnet von Unabhängigkeit und Vertrauen in die eigene künstlerische Kraft, so die Begründung. Sein Lebenswerk stehe quer zu allen Strömungen, widersetze sich schneller Einordnung und erneuere und bereichere so das zeitgenössische Musiktheater auf einzigartige Weise. "Die Vielfalt und Hintergründigkeit seiner Musik, sein progressiver Umgang mit Sprache werden genauso gewürdigt, wie seine grenzenlose Offenheit gegenüber Bereichen, in die die zeitgenössische Musik sonst kaum vorzudringen vermag", so die Begründung für die Auswahl weiter. Die Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert und soll im Februar 2022 in München verliehen werden.

Außerdem wurden die Träger der Komponisten-Förderpreise 2021 bekannt gegeben. Ausgezeichnet werden Malte Giesen aus Deutschland, Mirela Ivicevic aus Kroation sowie Yair Klartag aus Israel. Die Preise sind jeweils mit 35.000 Euro dotiert, außerdem erhalten die Preisträger die Möglichkeit für eine Porträt-CD. Ferner kündigte die Stiftung an, auch weiterhin Musikstudenten mit einem Hilfsfonds unterstützen zu wollen. In diesem Jahr ist er mit 2 Millionen Euro ausgestattet (2020: 3,6 Millionen Euro). Alle Förderprojekte und Preise eingerechnet betragen die Fördermittel der Ernst von Siemens Musikstiftung in diesem Jahr insgesamt 5,6 Millionen Euro.

Georges Aperghis wurde am 23. Dezember 1945 in Athen in eine Künstlerfamilie geboren. Mit der Musik kommt er über das Radio in Berührung. Er erhält Klavierunterricht, ist als Komponist jedoch Autodidakt. 1963 zog Aperghis nach Paris, um mit zeitgenössischen Musikströmungen in Berührung zu kommen, darunter Musiker wie Pierre Boulez, Iannis Xenakis und Mauricio Kagel. 1976 gründete er die Musiktheater-Werkstatt Atelier Théâtre et Musique. Bis heute hat Aperghis über 100 Werke geschrieben, darunter Stücke für Soloinstrumente, aber auch Gesangsstücke, außerdem Kammermusik, Ensemble- und Orchesterwerke. Dabei arbeitete er mit Musikern wie Geneviève Strosser und Donatienne Michel-Dansac sowie mit Ensembles wie dem Klangforum Wien oder Ictus zusammen.

Malte Giesen wurde 1988 geboren. Er studierte Komposition und Computermusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Marco Stroppa und Oliver Schneller. Danach hängte er Studien am Pariser Konservatorium bei Gérard Pesson und Hanspeter Kyburz sowie an der Hochschule für Musik Berlin bei Wolfgang Heiniger an. Inzwischen unterrichtet er selbst zeitgenössische Improvisation an der Karlsruher Musikhochschule sowie elektroakustische Musik in Berlin.

Mirela Ivicevic wurde 1980 geboren. Sie studierte an der Musikakademie Zagreb Komposition und Musiktheorie bei Zeljko Brkanovic. Außerdem lernte sie Komposition bei Beat Furrer in Graz und Musikkomposition und angewandte Musik bei Klaus-Peter Sattler in Wien. Ivicevic lebt in Wien, wo sie das Black Page Orchestra gründete, das auf experimentelle Konzerte spezialisiert ist. In ihrer Arbeit versucht sie, klangliche und mediale Alltagsprodukte neu zu kontextualisieren und dabei das subversive Potenzial des Klangs zu nutzen.

Yair Klartag wurde 1985 geboren. Er studierte Komposition an der Universität von Tel-Aviv, außerdem an der Musikhochschule Basel und der Columbia University bei Ruben Seroussi und Georg Friedrich Haas. Seine Werke wurden unter anderem bei den Donaueschinger Musiktagen und bei der Münchener Biennale aufgeführt, außerdem spielten orchester wie das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Münchner Kammerorchester oder die Tokyo Sinfonietta seine Musik. Klartags kompositorischer Fokus liegt auf der Wahrnehmung der Zuhörer.

Der Ernst von Siemens Musikpreis wird seit 1973 von der Schweizer Ernst von Siemens Musikstiftung vergeben. Gefördert werden 2019 weltweit rund 120 Projekte im zeitgenössischen Musikbereich, die Fördergelder belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro. Der größte Anteil der Förderung entfällt auf Kompositionsaufträge, aber auch Festivals, Konzerte, Kinder- und Jugendprojekte sowie Publikationen werden mit Fördergeldern bedacht. Die Dotierung des Hauptpreises liegt bei 250.000 Euro, während die Komponisten-Förderpreisträger jeweils 35.000 Euro sowie die Produktion einer Porträt-CD erhalten. Frühere Preisträger waren unter anderen Per Norgard, Christoph Eschenbach, Peter Gülke, Mariss Jansons, Michael Gielen, Klaus Huber, Anne-Sophie Mutter, Daniel Barenboim, Henri Dutilleux, Alfred Brendel, Nikolaus Harnoncourt, Wolfgang Rihm und Tabea Zimmermann.

Weiterführende Informationen:

Portrait Michael Gielen
Portrait Wolfgang Rihm

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Bayreuther Festspiele planen Parsifal in 3D
Inszenierung soll 2023 mithilfe virtueller Realität erfolgen (26.07.2021) Weiter...

Oksana Lyniv erste Dirigentin in Bayreuth
Wagner-Festspiele haben begonnen (26.07.2021) Weiter...

Trauer um Komponist Dinos Constantinides
Musiker wurde 92 Jahre alt (23.07.2021) Weiter...

Opernhaus Wuppertal: 10 Millionen Euro Schaden?
Rückkehr ins Gebäude nach der Sommerpause ausgeschlossen (21.07.2021) Weiter...

Lukas Sternath gewinnt zweiten Preis beim Bremer Klavierwettbewerb
Hauptpreis geht an Belgier Valère Burnon (20.07.2021) Weiter...

Hochwasser überflutet Wuppertaler Opernhaus
Drei Millionen Liter Wasser im Gebäude (19.07.2021) Weiter...

Trauer um Opernregisseur Graham Vick
Gründer der Birmingham Opera Company wurde 67 Jahre alt (19.07.2021) Weiter...

Bregenzer Festspielhaus soll saniert werden
Voraussichtliche Kosten in Höhe von 60 Millionen Euro (16.07.2021) Weiter...

Lebensgefährlicher Unfall im Festspielhaus Baden-Baden
Wasser aus Fernwärmeleitung verbrüht Handwerker (16.07.2021) Weiter...

Langsame Musik gegen Delta-Variante?
Südkorea testet neue Corona-Kampagne (16.07.2021) Weiter...

Magazine zum Downloaden

Class aktuell (1/2021) herunterladen (2500 KByte) NOTE 1 - Mitteilungen (7/8 2021) herunterladen (3560 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich