> > > Dresdner Musikfestspielpreis 2021 für Komponist John Adams
Samstag, 25. Juni 2022

Komponist John Adams, © Deborah O'Grady

Komponist John Adams, © Deborah O'Grady

Preisverleihung findet digital statt

Dresdner Musikfestspielpreis 2021 für Komponist John Adams

Dresden, . Der US-amerikanische Komponist John Adams wird Ende Mai mit dem diesjährigen Dresdner Musikfestspielpreis ausgezeichnet. Die Verleihung findet aufgrund der Corona-Pandemie im Rahmen einer digitalen Übertragung statt. Umrahmt wird die Preisverleihung von dem Ensemble "The Knights" unter der Leitung von Eric Jacobsen mit Gil Shaham (Violine) und Timo Andres (Klavier) als Solisten.

John Adams blickt auf ein umfangreiches Lebenswerk, das Kammermusik, Orchesterkomposition und Oper umfasst. Seine musikalischen Wurzeln liegen in Neuengland (USA), aktuell lebt und arbeitet er jedoch in Kalifornien. Er wuchs mit den Big Bands auf, in denen sein Vater spielte, und den Musicals, die seine Mutter sang. Sein großes Idol war Mozart, aber die Musik von Jimi Hendrix, den Beatles und den Beach Boys konnte ihn gleichermaßen begeistern. Adams komponierte bereits im Alter von 10 Jahren und studierte später an der Harvard University, wo er sich von der Inflexibilität und Atonalität der Nachkriegskomponisten distanzierte und dem Minimalismus zuwandte, der sich zu dieser Zeit herausbildete. Ein Markenzeichen seiner Arbeit ist die Fusion von 'westlichen' Musiktraditionen und Popkultur - Minimal Music in erster Linie, aber auch Pop und Jazz. Berühmtheit erlangte Adams durch seine Musiktheaterproduktionen - er arbeitete viele Jahre lang zusammen mit Regisseur Peter Sellars - in denen er sich regelmäßig mit sensiblen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. Seine bekanntesten Orchesterkompositionen sind Shaker Loops (1978), Harmonielehre (1985), Short Ride in a Fast Machine (1986), Chamber Symphony (1992) und Naive and Sentimental Music (1999). Zu seinen Opern zählen unter anderem Nixon in China (1987), The Death of Klinghoffer (1991) und Doctor Atomic (2005). 2002 verfasste er zum Gedenken an die Opfer des Anschlags auf das World Trade Center das Werk "On the Transmigration of Souls", wofür ihm der Pulitzer-Preis für Musik verliehen wurde. Zu seinen aktuellen Arbeiten gehören das Saxophone Concerto (2013) als Ode an die Jazz-Saxophonisten John Coltrane, Eric Dolphy und Wayne Shorter, und das Oratorium "The Gospel According to the Other Mary" (2013). 2015 feierte ein neues Violinkonzert mit dem Titel "Scheherazade.2" Premiere, mit dem Adams auf die Unterdrückung von Frauen auf der ganzen Welt aufmerksam macht. Adams, der für seine Arbeit bereits mit mehreren Grammys und dem Pulitzer-Preis für Musik ausgezeichnet wurde, hat außerdem eine Ehrendoktorwürde von Harvard, Yale und der Royal Academy of Music inne.

 

Der mit 25.000 Euro dotierte Musikfestspielpreis wird 2021 zum 18. Mal bei den Dresdner Musikfestspielen verliehen. Zu den Preisträgern der letzten Jahre zählen unter anderem Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker, Hélène Grimaud, Hilary Hahn, die Fado-Sängerin Mariza, Andris Nelsons, Joyce DiDonato, Joshua Bell und Barbara Hannigan (2020).

Weiterführende Informationen:

Portrait Dresdner Musikfestspiele
Portrait Jan Vogler

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