> > > Deutscher Musikrat präsentiert Studie zum Amateurmusizieren
Mittwoch, 14. April 2021

Nacht der Hausmusik, © Daniel Reiche, Notenspur Leipzig e.V.

Nacht der Hausmusik, © Daniel Reiche, Notenspur Leipzig e.V.

14,3 Millionen Menschen in Deutschland musizieren in ihrer Freizeit

Deutscher Musikrat präsentiert Studie zum Amateurmusizieren

Bonn, . Der Deutsche Musikrat hat eine neue Studie zum Amateurmusizieren in Deutschland vorgestellt. Durchgeführt wurde sie vom Deutschen Musikinformationszentrum (miz), einer Einrichtung des Musikrates, Grundlage war eine bevölkerungsrepräsentative Befragung vom Institut für Demoskopie Allensbach. Für die Untersuchung fanden Ende 2020 insgesamt 1.208 Gespräche statt.

Dabei wurde festgestellt, dass rund 14,3 Millionen Menschen in ihrer Freizeit musizieren. Das entspricht 18,8 Prozent der Bevölkerung ab sechs Jahren. Der Studie zufolge gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen soziodemografischen Gruppen. Personen mit höheren Einkommen und mehr Bildung musizieren etwa doppelt so häufig wie Menschen mit niedrigerem ökonomischem Status. Die höchste Dichte an Amateurmusikern gibt es darüber hinaus in der Altersgruppe zwischen 6 und 15 Jahren: Hier spielt rund die Hälfte ein Instrument oder singt, bei Kindern aus Familien mit hohem sozioökonomischem Status sind es sogar 61 Prozent. Bei Menschen über 30 Jahren muszieren nur noch rund 13 Prozent. Insgesamt liegt das Einstiegsalter für das Musikmachen bei 11 Jahren, der Zugang erfolgt häufig über die eigene Familie, Musikvereine, (Musik-)Schulen oder private Musiklehrer. Bei Kindern und Jugendlichen spielen 96 Prozent ein Instrument, 29 Prozent singen, bei Personen über 16 Jahren spielen 80 Prozent Instrumente und 40 Prozent singen. Frauen sind dabei im Gesang häufiger vertreten, während Männer eher Instrumente spielen. Am beliebtesten sind Gitarre, Klavier und E-Piano, bei Kindern und Jugendlichen schafft es die Blockflöte in die Top drei.

Ferner wurde im Rahmen der Studie untersucht, wann und wo Menschen in Deutschland Musik machen. Acht von zehn Personen spielen demnach zuhause oder im privaten Umfeld, ein Viertel ist in einem Chor organisiert, ein Fünftel in der Kirche. Kleinere Anteile machen Bands, Blaskapellen, Orchester oder Brauchtumsveranstaltungen aus. Generell ist die Dichte der Musizierenden in Süddeutschland am höchsten, deutschlandweit zeigten sich dafür kaum Unterschiede zwischen Land und Stadt.

Die Befragungen zeigten außerdem, dass sich durch die Corona-Pandemie Änderungen an den Musikgewohnheiten ergeben haben: Ein Viertel der Kinder und Jugendlichen sowie ein Drittel der Amateurmusiker über 16 Jahre schätzt einen Rückgang des Musikmachens durch die aktuelle Situation. Bei den Sängern hingegen geht die Hälfte davon aus, seltener zu musizieren. Insgesamt macht die Mehrheit allerdings regelmäßig Musik, mindestens einmal die Woche.

Der Deutsche Musikrat wurde 1953 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Er ist ein Dachverband mehrerer musikalischer Fachverbände und Träger zahlreicher Förderprojekte. Außerdem ist er den Musikräten der 16 Bundesländer übergeordnet. Er wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt und ist Mitglied der UNESCO. Schirmherr ist der Bundespräsident.

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