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Dienstag, 2. März 2021

Kopie einer Guarneri-Geige von Jean Baptiste Vuillaume (1863), © Frinck51

Kopie einer Guarneri-Geige von Jean Baptiste Vuillaume (1863), © Frinck51 unter CC BY-SA 3.0

Stiftung soll Erben des ehemaligen Eigentümers entschädigen

Streit um Guarneri-Geige

Nürnberg, . Die Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung ist in die Kritik geraten. Grund dafür ist eine Guarneri-Geige, die sich seit 1974 im Besitz von Sophie Hagemann befand und sich nun im Besitz der Stiftung befindet. Das wertvolle Instrument aus dem Jahr 1706 war durch die Nationalsozialisten seinem jüdischen Besitzer, Musikalienhändler Felix Hildesheimer, entzogen worden. Die Beratende Kommission für die Rückgabe von NS-Raubgut hatte im Jahr 2016 entschieden, dass die Stiftung die Nachfahren des ursprünglichen Besitzers entschädigen müsse. Da die Stiftung bei der Aufklärung der Herkunft der Geige mitgewirkt und Hagemann das Instrument in gutem Glauben erworben hatte, war damals ein Betrag von 100.000 Euro empfohlen worden. Jedoch auch vier Jahre später wurde der Betrag noch immer nicht bezahlt, sodass die Kommission die Absichten der Stiftung anzweifelt, die Entschädigungszahlung überhaupt leisten zu wollen. Die Stiftung befände sich eigenen Angaben zufolge noch auf der Suche nach Drittmitteln, um die Summe aufzubringen, die Kommission sieht dafür derzeit allerdings "keinen ernsthaften Willen".

Die Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung wurde 2005 von Geigerin Sophie Hagemann (1918–2010) gegründet. In Gedenken an ihren Ehemann Komponist Franz Hofmann (1920–1945) unterstützt die Stiftung Musiker mit Fokus auf Streichinstrumenten in ihrer musikalischen Ausbildung. Ferner setzt sich die Stiftung für die Aufführung von Hofmanns Werken ein.

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