> > > Deutschland schließt Theater, Opern- und Konzerthäuser bis Ende November
Freitag, 4. Dezember 2020

Kritik von Branchenvertretern

Deutschland schließt Theater, Opern- und Konzerthäuser bis Ende November

Berlin, . Wie vermutet, hat die deutsche Bundesregierung nach einer Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder die erneute Schließung von Kultureinrichtungen beschlossen. Ab Montag kommender Woche sollen Theater, Opern und Konzerthäuser sowie Kinos, Museen und andere kulturelle Einrichtungen geschlossen bleiben. Eine erneute Diskussion der Maßnahmen soll in zwei Wochen erfolgen, generell gelten die neuen Regelungen deutschlandweit einheitlich bis Ende November. Durch diese Kontaktbeschränkungen sollen die wieder steigenden Neuinfektionen mit dem sich weiter ausbreitenden Coronavirus eingedämmt werden.

Die Entscheidung erntete vehemente Kritik aus dem Kulturbereich. Bereits zuvor hatten Branchenvertreter argumentiert, Kultureinrichtungen seien durch Hygienekonzepte sichere Räume gewesen (klassik.com berichtete). Weitestgehend seien keine Infektionen im Rahmen von Kulturveranstaltungen geschehen. Dies bestätigte auch ein Team aus Wissenschaftlern und Ärzten, das die Bayerische Staatsoper, die Philharmonie im Gasteig und die Meistersingerhalle in Nürnberg begleitete. Marc Grandmontagne, Direktor des Deutschen Bühnenvereins, bezeichnete die neuen Regelungen als "heftige[n] Schlag und für kleine Privattheater schnell existenzbedrohend", die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft warnte vor "dramatische[n] Folgen" bei einem "Kulturverbot". Beide Organisationen betonten die Sicherheit ihrer Einrichtungen, die Einschnitte seien aus ihrer Sicht "unverhältnismäßig" sowie "undifferenziert". Der Deutsche Kulturrat forderte derweil für die Zeit der Schließung finanzielle Kompensationen für Künstler.

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Bisherige Kommentare:

  1. Schließung verhindert keine Infektionen
    Wenn es, wie im Artikel erwähnt, bei Kulturveranstaltungen eigens erstellte Sicherheitskonzepte gibt, die Infektionen selbst dann verhindern, wenn sich im Publikum eine Infektiöse Person befinden sollte (was nach wie vor recht unwahrscheinlich ist), dann darf man solche Veranstaltungen nicht verbieten. Es gibt dafür schlicht keinen Grund: Wo Infektionen ohnehin nicht stattfinden, kann durch Schließung auch nichts mehr verhindert werden. So gesehen wäre es sogar völlig unerheblich, ob die Gesundheitssysteme tatsächlich gefährdet sind oder nicht.
    Nutzer_PKKAMTX, 02.11.2020, 18:15 Uhr

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