> > > Deutscher Musikrat gegen undifferenzierte Corona-Einschränkungen
Mittwoch, 2. Dezember 2020

Auch große Veranstaltungen sollen möglich sein

Deutscher Musikrat gegen undifferenzierte Corona-Einschränkungen

Bonn, . Der Deutsche Musikrat hat sich im Vorfeld des heutigen Treffens zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder gegen einen "Kultur-Lockdown" positioniert und differenzierte Corona-Maßnahmen für Kulturveranstaltungen gefordert. Bei dem heutigen Gespräch soll über schärfere Corona-Regelungen diskutiert werden. In Bayern dürfen beispielsweise seit vergangener Woche ab einem Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen nur noch 50 Menschen bei einer Vorstellung im Publikum sitzen (klassik.com berichtete).

Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats, rief die Politiker auf, "ihre […] Beratungen in Bezug auf das Kulturleben mit Augenmaß zu führen und keine weiteren Einschränkungen für Kulturorte mit bewährten Hygienekonzepten zu beschließen". Gleichzeitig verwies er darauf, dass laut Robert-Koch-Institut die meisten Infektionen im privaten Bereich geschehen würden. Ferner hätten sich Theater und Konzerthäuser mit Maßnahmen wie reduzierter Sitzplatzanzahl, Vorstellungen ohne Pause, Wegeleitsystemen, der Verpflichtung eines Mund-Nasen-Schutzes sowie Datenerfassung des Publikums in der Corona-Pandemie bislang als vergleichsweise sicher erwiesen. Höppner kritisierte die in Bayern getroffenen Maßnahmen: "Das stumpfe Schwert undifferenzierter Schutzmaßnahmen, wie es derzeit in Bayern zum Einsatz kommt, entspricht nicht dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand und schadet dem gesellschaftlichen Zusammenhalt gravierend", so Höppner.

Der Deutsche Musikrat wurde 1953 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Er ist ein Dachverband mehrerer musikalischer Fachverbände und Träger zahlreicher Förderprojekte. Außerdem ist er den Musikräten der 16 Bundesländer übergeordnet. Er wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt und ist Mitglied der UNESCO. Schirmherr ist der Bundespräsident.

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