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Donnerstag, 29. Oktober 2020

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Brief von Johannes Brahms an B. Faber, © Brahms-Institut an der MHS Lübeck

Brief von Johannes Brahms an B. Faber, © Brahms-Institut an der MHS Lübeck

Dokument von 1872 berichtet vom sterbenden Vater des Musikers

Lübecker Brahms-Institut ersteigert Brahms-Brief

Lübeck, . Das Brahms-Institut der Musikhochschule Lübeck hat einen neuen Brief ihres namensgebenden Komponisten ersteigert. Im Warschauer Auktionshaus Desa Unicum wurden insgesamt 30 Gegenständes aus dem Besitz des Pianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman angeboten, darunter auch das Schreiben von Johannes Brahms. Der Musiker hatte es 1872 an seine Jugendliebe Bertha Faber gerichtet und erzählte darin unter anderem von seinem todkranken Vater. Das Schreiben war bislang unveröffentlicht, Szpilman hatte es lange als Ausdruck seiner Bewunderung für deutsche Musik über seinem Flügel hängen.

Das Lübecker Institut hatte bereits vor Jahren von der Existenz des Briefes erfahren und 2006 Kontakt zu Szpilmans Erben aufgenommen. Der Leiter des Brahms-Instituts, Wolfgang Sandberger, erhielt nun für 6.000 Euro bei der Auktion den Zuschlag. Er bezeichnete das Schriftstück als "ein berührendes Dokument".

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck ist ein internationales Kompetenz- und Dokumentationszentrum zu Leben und Werk des Komponisten Johannes Brahms (1833-1897). Eines der weltweit am meisten beachteten Projekte des Instituts ist das Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis (BBV). Als frei zugängliche Internet-Datenbank verzeichnet es sämtliche Briefe von und an Johannes Brahms und ist Grundlagenwerk für die Forschung zu Leben und Werk des Komponisten. Das Verzeichnis mit über 10.800 Briefen entstand als Forschungsprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Von den bisher ermittelten Briefen stammen 6.840 von Brahms und 3.960 von seinen über 1.000 Briefpartnern. 3.476 Schreiben davon sind bisher unveröffentlicht.

Johannes Brahms wurde am 7. Mai 1833 als Sohn eines Musikers in Hamburg geboren und lebte während seiner Kindheit in ärmlichen Verhältnissen. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er im Jahr 1840 und gab sein Debüt als Pianist drei Jahre später. Bereits im Alter von 13 Jahren trug Brahms als Pianist zum Lebensunterhalt bei. Im Jahr 1858 wurde Brahms Hofmusikdirektor am Fürstenhof zu Detmold, lernte im gleichen Jahr Agathe von Siebold kennen und verlobte sich mit ihr, hielt sein Eheversprechen allerdings nicht ein. Weitere Engagements als Leiter des Frauenchors in Hamburg und als Pianist folgten. Zwischen 1863 und 1864 wurde er Chef der Singakademie in Wien, wo er sich auch endgültig niederließ. Von 1872 bis 1875 übernahm Brahms als Dirigenten die Leitung der Gesellschaftskonzerte der Musikfreunde. 1878 trat er seine erste Italienreise an. Ausgezeichnet wurde Brahms unter anderem mit der Mitgliedschaft in der Berliner Akademie der Künste und 1886 als Ehrenpräsident des Wiener Tonkünstlervereins sowie als Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Hamburg. Von den Universitäten Cambridge und Breslau erhielt er die Ehrendoktorwürde. Johannes Brahms starb am 3. April 1897 in Wien.

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