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Samstag, 19. September 2020

Symbolfoto, © Mediamodifier

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Rund 29 Prozent weniger Umsatz als erwartet

Studie sieht Umsatzeinbruch in der Musikwirtschaft

Hamburg, . In der deutschen Musikwirtschaft wird aufgrund der Corona-Pandemie mit einem deutlichen Umsatzeinbruch gerechnet. Das geht aus einer Studie des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) hervor, die jetzt in Hamburg vorgestellt wurde. Derzeit wird mit rund 29 Prozent weniger Umsatz gerechnet, was etwa sieben Milliarden Euro entspräche. Eine Besserung der aktuellen Situation könne man der Studie zufolge für 2021 erwarten.

Die Ergebnisse stehen im Kontrast zu den noch im Vorjahr erwarteten Umsatzsteigerungen von 23 Prozent, die Musikwirtschaft war zwischen 2014 und 2019 um 18 Prozent auf rund 13,6 Milliarden Euro gewachsen. Zuletzt bestand der Wirtschaftszweig aus 93.000 Arbeitnehmern und 64.000 Selbstständigen. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sah die Branche bei der Vorstellung der Studie als „größte[n] Arbeitgeber innerhalb des Mediensektors in Deutschland“. Zur Musikindustrie zählen alle Bereiche, die Musik produzieren, bewerben und vertreiben.

Die Corona-Pandemie wirke sich außerdem auf die musikbezogenen Ausgaben aus, so eine zweite Studie des BVMI. In allen Formaten bis auf Streaming würde sich der Absatz verkleinern. Bei den physischen Tonträgern wie CDs und Schallplatten sei er um 25 Prozent gesunken, der Konzertbereich beklage sogar einen Einbruch von 80 Prozent. Insgesamt habe der Musikkonsum der Menschen ebenfalls abgenommen, er liegt nun im Schnitt bei 19 Stunden und 43 Minuten pro Woche. Dies entspricht einer Abnahme von 8 Prozent. Die Studie sieht die Ursachen in der "eingeschränkte[n] Mobilität und de[m] Fokus auf Nachrichten in Zeiten der Corona-Pandemie".

Auch in der Musikinstrumentenindustrie werden Einbußen erwartet. So rechnet der Bundesverband der deutschen Musikinstrumentenhersteller mit einem Einbruch der Einnahmen von 30%. Gründe dafür seien laut Geschäftsführer Winfried Baumbach staatliche Beschränkungen sowie der Ausfall einiger Messen und Branchentreffen. Berufsmusiker hätten kaum Auftritte gehabt, Musikschulen hätten geschlossen und an vielen allgemeinbildenden Schulen sei der Musikunterricht ausgefallen. Neben dem Verkauf soll es auch beim Export Einbrüche geben. Der Umsatz der Hersteller von Musikinstrumenten sei seit 2018 von 1,4 Milliarden auf 707,9 Millionen Euro gesunken, was einem Verlust von ca. 50 Prozent entspräche.

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