> > > Heinrich-Schütz-Preis 2020 für Dirigentin Françoise Lasserre
Samstag, 19. September 2020

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Die französische Dirigentin Françoise Lasserre, © Olivier Hoffschir

Die französische Dirigentin Françoise Lasserre, © Olivier Hoffschir

Auszeichnung ist undotiert

Heinrich-Schütz-Preis 2020 für Dirigentin Françoise Lasserre

Dresden, . Der Heinrich-Schütz-Preis geht in diesem Jahr an die französische Dirigentin Françoise Lasserre. Die Musikerin habe sich über Jahrzehnte hinweg mit Schütz‘ Werk beschäftigt und es in Kursen vermittelt, so die Preisjury. Eine bedeutende Rolle spiele dabei das von ihr mitgegründete Vokal- und Instrumentalensemble Akademia. Die Arbeit der Französin zeichne sich durch Exzellenz, Sinnlichkeit und Relevanz für das Heute aus. Françoise Lasserre wird die undotierte Auszeichnung beim Abschlusskonzert des Heinrich-Schütz-Musikfestes Mitte Oktober erhalten. Als "Artist in Residence" des diesjährigen Musikfestes wird sie das Konzert selbst leiten. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann von der Mitteldeutschen Barockmusik.

Françoise Lasserre wurde am 7. April 1955 geboren. Sie studierte Mathematik, widmete sich danach jedoch der Musik. An der Ecole Normale de Musique de Paris ließ sie sich in den Bereichen Flöte, Klavier, Chorgesang, Komposition und Dirigieren in der Klasse von Pierre Dervaux ausbilden. In den Achtzigerjahren war sie dann unter Philippe Herreweghe beim Ensemble La Chapelle Royale sowie beim Collegium Vocale Gent angestellt. Gemeinsam mit Michel Corboz arbeitete sie als Chorleiterin. 1986 gründete sie das Ensemble Vocal Régional de Champagne-Ardenne, welches später in Akademia umbenannt wurde. Seither ist sie dort als künstlerische Leiterin tätig. Im Jahr 2012 schrieb sie die Oper "Orfeo, par-delà le Gange", wofür sie nach Indien reiste, um mit traditionellen Musikern und Tänzern zusammenarbeiten. Premiere feierte das Stück im Jahr darauf in Delhi und Paris. 2018 initiierte sie den Gesangswettbewerb "Voices of India". Lasserre unterrichtete außerdem mehrere Jahre lang Chorleitung am Conservatoire à rayonnement régional de Poitiers.

Der Heinrich-Schütz-Preis wurde das erste Mal im Oktober 2018 verliehen. Jährlich werden Künstler, Ensembles oder Institutionen ausgezeichnet, die sich für Vermittlung und Verbreitung des Werkes Heinrich Schütz‘ einsetzen. Den Ehrenpreis in Form einer Medaille erhalten Persönlichkeiten oder Institutionen, die künstlerisch und wissenschaftlich Herausragendes bei der Vermittlung und Verbreitung der Musik von Schütz und seiner Zeit sowie deren Bewahrung und Förderung geleistet haben. Die silberne Medaille wurde von der Bildhauerin Anna Franziska Schwarzbach gestaltet. Das Festival findet jährlich an den wichtigsten Stationen des Komponisten in Weißenfels, Zeitz, Bad Köstritz, Gera und Dresden statt. Es ist eines der bedeutendsten europäischen Festivals zur Musik des 17. Jahrhunderts. Der erste Preisträger war Dirigent Hans-Christoph Rademann, es folgte Roger Norrington.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Heinrich Schütz
Portrait Sir Roger Norrington

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