> > > Musikergewerkschaft will Privatisierung des NDR Chors verhindern
Samstag, 26. September 2020

Proteste vor der Hamburger Elphilharmonie

Musikergewerkschaft will Privatisierung des NDR Chors verhindern

Hamburg, . Der Chor des Norddeutschen Rundfunks (NDR) will eine Umwandlung des Ensembles in eine GmbH verhindern. Durch die Privatisierung könnten künftig freiwerdende Stellen unbesetzt bleiben und freischaffende Sänger weniger Planungssicherheit als in Festanstellung erhalten, so befürchtet es die Musikergewerkschaft "Deutsche Orchestervereinigung" (DOV). Auch sei eine Auflösung des Chors damit schneller möglich. Um auf die Umwandlung und die mutmaßlichen Folgen aufmerksam zu machen, organisiert die Gewerkschaft mehrwöchige Proteste, die gestern mit einem gemeinsamen Singen vor der Hamburger Elbphilharmonie begannen.

Der NDR gab an, den Chor in den kommenden zehn Jahren lediglich schrittweise verschlanken zu wollen und ein 20-köpfiges Ensemble zu erhalten. Insgesamt will der öffentlich-rechtliche Sender durch Umstrukturierungen wie diese 300 Millionen Euro an Gebührengeldern einsparen.

Der NDR Chor wurde 1946 in Hamburg gegründet, seinen heutigen Namen trägt er seit 1955. Zunächst unterstützte er vor allem bei Rundfunkaufnahmen das NDR Sinfonieorchester, später wirkte der Chor auch eigenständig, darunter bei der konzertanten Uraufführung von Arnold Schönbergs "Moses und Aron". Einer der Schwerpunkte des Chors ist seit der Gründung die Gegenwartsmusik, außerdem wird sich mit A-cappella beschäftigt. Ferner organisiert der Chor Projekte und Workshops zur Musikvermittlung. Chordirektor ist seit 2019 Klaas Stok.

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