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Montag, 28. September 2020

Hölderlinturm Tübingen, © Hedwig Storch

Hölderlinturm Tübingen, © Hedwig Storch unter CC BY-SA 3.0

Veranstaltung zum 250. Geburtstag des Dichters auf 2022 verschoben

Hölderlin-Oper abgesagt

Tübingen, . Die Uraufführung einer Oper zum 250. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin wird nicht wie geplant Anfang Oktober 2020 stattfinden. Statt im noch laufenden Hölderlin-Jahr soll "Im Thurm" erst im Frühjahr 2022 zur Aufführung kommen, so die Veranstalter. Grund für die Absage ist nach Angaben der Stadt Tübingen und des dortigen Landestheaters die Corona-Pandemie: "Die weitreichenden Hygiene- und Abstandsregelungen, die natürlich auch auf der Bühne eingehalten werden müssen, machen eine Produktion mit so vielen Beteiligten schlicht unmöglich", so Regisseur Thorsten Weckherlin. Die Oper stattdessen konzertant aufzuführen würde dem Werk nicht gerecht, weshalb man sich auf eine Verschiebung geeinigt hat. Dadurch könnten auch mehr Zuschauer das Werk erleben, sobald die Pandemie vorbei sei.

"Im Thurm" von Markus Höring basiert auf biografischen Dokumenten: Für die Oper dienten Briefe von und an Hölderlin sowie seine Krankenakte als Vorlage. Sie war im Hölderlin-Jahr 2020 als eine von 650 Veranstaltungen zu Ehren des Dichters geplant, die in ganz Europa, aber größtenteils in Süddeutschland stattfinden sollten.

Johann Christian Friedrich Hölderlin wurde am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar geboren. Nach dem Tod des Vaters heiratete die Mutter 1774 erneut und die Familie zog nach Nürtingen in das Haus, das heute Hölderlinhaus genannt wird. Hölderlin besuchte auf Wunsch seiner Mutter die Lateinschule, um Pfarrer zu werden, und ging nach dem Examen auf einige evangelische Klosterschulen. Danach studierte er an der Universität Tübingen, später besuchte er auch Vorlesungen in Jena. Als er sich gegen den Pfarrerberuf entschied und die finanziellen Mittel der Familie knapp wurden, verdingte sich Hölderlin als Hauslehrer. 1794 lernte er in Jena Goethe, Schiller und Novalis kennen, die Stadt verließ er jedoch schon im Folgejahr, weil er glaubte, sein Vorbild Schiller enttäuscht zu haben. Weiterhin als Hauslehrer tätig lebte er in Nürtingen, der Schweiz und Bordeaux, jedoch machten ihm eine Affäre und seine Diagnose Hypochondrie Probleme. Bei seiner Rückkehr in die Heimat 1802 soll er verwahrlost und verwirrt gewesen sein. Nachdem er griechische Werke zu übersetzen begann und über einen Freund eine Stelle als Hofbibliothekar bekam, entstanden erste große eigene Werke. 1805 wurde Hölderlin ins Universitätsklinikum Tübingen gesperrt und galt als wahnsinnig. 1807 wurde er für „unheilbar“ befunden, jedoch entlassen, woraufhin er im heutigen Hölderlinturm in der Pflege einer Tischlerfamilie lebte. Hier begann er wieder zu dichten und spielte Klavier. Friedrich Hölderlin starb am 7. Juni 1843 in Tübingen.

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