> > > Tapetenwechsel am Bremer Konzerthaus
Mittwoch, 12. August 2020

Konzerthaus Die Glocke, Bremen (2014), © CinemanHB

Konzerthaus Die Glocke, Bremen (2014), © CinemanHB unter CC BY-SA 4.0

Landgericht nutzt Kleinen Saal für Prozesse

Tapetenwechsel am Bremer Konzerthaus

Bremen, . Nicht nur Schulen und Universitäten haben während der Coronakrise ein Platzproblem. Auch im Gericht werden die Räume unter Wahrung des Abstandsgebots schnell einmal zu eng, vor allem bei öffentlichen Verhandlungen. Für das Bremer Landgericht lag die Lösung nah: das Konzerthaus "Die Glocke". Trotz geänderter Bestuhlung und Umstellung für die Platzanweiser ist die Lösung für alle Beteiligten denkbar praktisch. Die Gerichtsverhandlungen können wie geplant mit Publikum stattfinden und die sonst leeren Räume werden dazu noch sinnvoll genutzt. Trotzdem gab es beim Umzug des Gerichts in den Kleinen Saal des Konzerthauses ein Problem. Die Akustik des Raumes war zu gut; man konnte die Tastatur beim Tippen des Sitzungsprotokolls im ganzen Saal hören. Aus musikalischer Sicht ein gewünschter Effekt, für Gerichtsverhandlungen allerdings ein Problem. Mithilfe eines roten Teppichs konnte jedoch auch dieses schnell behoben werden.

Für die Teilnehmer und Zuhörer der Prozesse hat sich nur wenig geändert. Vertieft in den Prozess, ähnlich wie ins Konzert, fällt die ungewohnte Umgebung mit der leeren Bühne und dem Tontechniker in der Ecke kaum noch auf. Das Konzerthaus selbst kann sich durch die neue Nutzung nun über den eindeutigen Nachweis gesellschaftlicher Relevanz freuen.

Das Gebäude des Konzerthauses "Die Glocke" wurde 1737 als Neubau des Kapitelhauses nach Plänen des Dom-Intendanten und Baumeisters Caspar Friedrich Renner an der Südseite des Doms errichtet. Seinen Namen erhielt das achteckige Gebäude aufgrund der Form seiner Außenfassade. 1857 ging es in den Besitz des Künstlervereins über, später diente es unter anderem als Vereinslokal und Museum. Nach einem Feuer entstand zwischen 1926 und 1928 das Gebäude in seiner aktuellen Form nach Plänen von Walter Görig. Säle und Foyer sind im Stil des Art Déco gestaltet. Insgesamt fasst der Große Saal 1.400 und der Kleine Saal 430 Zuhörer.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Berlin: Verwaltung aktualisiert Hygienekonzept für Chöre
Chorsingen in Berlin ab sofort wieder zugelassen (11.08.2020) Weiter...

Festspielhaus Baden-Baden reduziert Kapazitäten um 80 Prozent
Ab September wieder Vorstellungen im Festspielhaus Baden-Baden (11.08.2020) Weiter...

Düsseldorf: Große Spende für Schumann-Haus
370.000 Euro für die Sanierung (11.08.2020) Weiter...

Musiktheaterpreis Österreich 2020
Placido Domingo erhält Auszeichnung für sein Lebenswerk (10.08.2020) Weiter...

Alphörner auf den Gipfeln von Dresden-Prohlis
Dresdner Sinfoniker geben Konzert auf Hochhausdächern (10.08.2020) Weiter...

Staatsoper Hamburg beginnt Spielzeit mit weniger Publikum
Ursprüngliches Programm wird aufgeschoben (10.08.2020) Weiter...

Freie Künstler protestieren für Existenzgeld
1.180 Euro im Monat sollen Lebenshaltungskosten decken (10.08.2020) Weiter...

Violinist Erich Gruenberg gestorben
Musiker wurde 95 Jahre alt (10.08.2020) Weiter...

Stadt will Wiener Sängerknaben unterstützen
Chor aufgrund der Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten (10.08.2020) Weiter...

Fächer-Verbot bei den Salzburger Festspielen
Vorsichtsmaßnahme im Rahmen der Corona-Pandemie (07.08.2020) Weiter...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/8 2020) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Carl Reinecke: Symphony No.1 op. 79 in A major - Andante

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Edlira Priftuli im Portrait "Musikalisch praktizierte Ökumene"
Edlira Priftuli hat den Straßburger Wilhelmerchor zur historisch informierten Aufführungspraxis geführt

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich