> > > Tapetenwechsel am Bremer Konzerthaus
Montag, 28. September 2020

Konzerthaus Die Glocke, Bremen (2014), © CinemanHB

Konzerthaus Die Glocke, Bremen (2014), © CinemanHB unter CC BY-SA 4.0

Landgericht nutzt Kleinen Saal für Prozesse

Tapetenwechsel am Bremer Konzerthaus

Bremen, . Nicht nur Schulen und Universitäten haben während der Coronakrise ein Platzproblem. Auch im Gericht werden die Räume unter Wahrung des Abstandsgebots schnell einmal zu eng, vor allem bei öffentlichen Verhandlungen. Für das Bremer Landgericht lag die Lösung nah: das Konzerthaus "Die Glocke". Trotz geänderter Bestuhlung und Umstellung für die Platzanweiser ist die Lösung für alle Beteiligten denkbar praktisch. Die Gerichtsverhandlungen können wie geplant mit Publikum stattfinden und die sonst leeren Räume werden dazu noch sinnvoll genutzt. Trotzdem gab es beim Umzug des Gerichts in den Kleinen Saal des Konzerthauses ein Problem. Die Akustik des Raumes war zu gut; man konnte die Tastatur beim Tippen des Sitzungsprotokolls im ganzen Saal hören. Aus musikalischer Sicht ein gewünschter Effekt, für Gerichtsverhandlungen allerdings ein Problem. Mithilfe eines roten Teppichs konnte jedoch auch dieses schnell behoben werden.

Für die Teilnehmer und Zuhörer der Prozesse hat sich nur wenig geändert. Vertieft in den Prozess, ähnlich wie ins Konzert, fällt die ungewohnte Umgebung mit der leeren Bühne und dem Tontechniker in der Ecke kaum noch auf. Das Konzerthaus selbst kann sich durch die neue Nutzung nun über den eindeutigen Nachweis gesellschaftlicher Relevanz freuen.

Das Gebäude des Konzerthauses "Die Glocke" wurde 1737 als Neubau des Kapitelhauses nach Plänen des Dom-Intendanten und Baumeisters Caspar Friedrich Renner an der Südseite des Doms errichtet. Seinen Namen erhielt das achteckige Gebäude aufgrund der Form seiner Außenfassade. 1857 ging es in den Besitz des Künstlervereins über, später diente es unter anderem als Vereinslokal und Museum. Nach einem Feuer entstand zwischen 1926 und 1928 das Gebäude in seiner aktuellen Form nach Plänen von Walter Görig. Säle und Foyer sind im Stil des Art Déco gestaltet. Insgesamt fasst der Große Saal 1.400 und der Kleine Saal 430 Zuhörer.

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