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Mittwoch, 12. August 2020

West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim (2013), © WolfD59

West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim (2013), © WolfD59

Innensenator hatte Mitarbeiter auf Beschwerde Daniel Barenboims hin versetzen lassen

Berliner Gericht rehabilitiert Veranstaltungsmanager

Berlin, . Das Landesarbeitsgericht Berlin hat den ehemaligen Veranstaltungsmanager des Olympiaparks, Lutz Imhof, rehabilitiert und eine Zwangsversetzung durch Innensenator Geisel (SPD) kassiert. Imhofs Sicherheitsdienst hatte Dirigent Daniel Barenboim bei einer Veranstaltung in der Berliner Waldbühne im August 2018 nicht mit seinem Chauffeur durch eine Schranke fahren lassen, woraufhin der Musiker 200 Meter zu Fuß gehen musste. Auf seine Beschwerde hin versetzte Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) Imhof daraufhin auf einen eigens geschaffenen Posten im Sportforum Hohenschönhausen. Dagegen ging Imhof gerichtlich vor.

Das Gericht erklärte die Entscheidung nun für willkürlich und fordert, dass Geisel Imhof wieder in seiner ursprünglichen Position einsetzt. Noch will Geisels Sportverwaltung diesem Urteil jedoch nicht nachkommen. Von dieser Seite wurde die Darstellung der Hintergründe von Imhofs Versetzung seit dem Vorfall bestritten, nun sei eine Rückversetzung erst einmal nicht möglich, da Geisel in Urlaub sei. Weitere Angaben über Personaleinzelangelegenheiten würden nicht nach außen kommuniziert, so ein Sprecher weiter. Imhof selbst erklärte ebenfalls, erstmal nicht in den Olympiapark zurückzukehren. Zuerst solle er für Geisel ein Corona-Hygienekonzept für Sportveranstaltungen erarbeiten. Bis dahin kann er erneut vor Gericht ziehen und das Urteil gegen die Verwaltung durchsetzen.

Barenboim wurde 1942 in Buenos Aires geboren. Im Alter von 10 Jahren gab Barenboim sein erstes internationales Konzert. Es folgten Auftritte in Paris 1955, London 1956, New York 1957 sowie regelmäßige Tourneen durch Europa, die USA, Südamerika, Australien und Fernost. Ab 1967 war er als Dirigent in London mit dem New Philharmonia Orchestra tätig, später ab 1969 auch in Berlin, New York und Chicago. 1975 übernahm er die Nachfolge Georg Soltis als Dirigent des Orchestre de Paris. Von 1973 bis 1989 war er Chefdirigent des English Chamber Orchestra und von 1987 bis 1989 künstlerischer Direktor der Opéra de la Bastille in Paris. 1981 debütierte er in Bayreuth mit "Tristan und Isolde", 1988 übernahm er den "Ring des Nibelungen". Von 1991 bis 2006 war er Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, 1992 wurde er zusätzlich künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Barenboim ist Schirmherr der Selbsthilfegruppe Musiker mit Dystonie der Deutschen Dystonie Gesellschaft und initiierte die Gründung eines staatlich geförderten Musikkindergartens in Berlin. 2012 gründete er ebenfalls in Berlin eine Akademie für Nachwuchsmusiker aus dem Nahen Osten, die Barenboim-Said-Akademie, die 2016 ihren Betrieb aufnahm. In den vergangenen Monaten war Barbenboim mehrfach wegen seines Führungsstils in den Schlagzeilen. Mehrere Musiker und Personen aus seinem Umfeld hatten ihm u. a. Wutanfälle, Demütigungen, Machtspiele und Ausraster vorgeworfen.

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