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Samstag, 15. August 2020

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Sänger, © Bayerischer Rundfunk

Sänger, © Bayerischer Rundfunk

Wissenschaftler untersuchen Corona-Ansteckungsrisiken beim Singen

Neue Studie zur Gesundheitsgefahr beim Chorsingen

Erlangen/München, . Deutsche Wissenschaftler haben eine neue Studie zum Corona-Ansteckungsrisiko beim Chorsingen erarbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Erlangen legten Forscher des LMU Klinikums München nun Teilergebnisse vor. Die Studie wurde im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Senders Bayerischer Rundfunk (BR) durchgeführt. Mit der Studie soll gezeigt werden, inwiefern das Singen in Zeiten der Corona-Pandemie gesundheitlich verantwortbar ist.

Die Wissenschaftler erarbeiteten ähnlich bereits existierender Studien ein Konzept, um die Abstrahlung und Verteilung der Aerosole beim Singen und Sprechen zu messen. Um die Verteilung der Tröpfchen im Raum zu messen, verglichen die Forscher Sänger und Sprecher in verschiedenen Lautstärken und in zwei unterschiedlichen Versuchsaufbauten: Einmal wurde mit Hochgeschwindigkeitskameras und einer Laser-Ausrüstung gemessen, einmal mit Kameras und Weißlicht. Der erste Aufbau sollte die Streuung der größeren Tröpfchen untersuchen und vor allem feststellen, bei welchen gesungenen und gesprochenen Passagen besonders viele Partikel erzeugt werden. Der zweite Aufbau widmete sich den kleinsten Aerosolen aus Mund und Nase sowie deren Ausbreitung. Um sie im Licht sichtbar zu machen, inhalierten die Probanden die Trägerlösung von E-Zigaretten.

Die Tests ergaben, dass beim Singen besonders der Abstand nach vorne wichtig sei. Zu anderen Sängern sollten Chormitglieder also besonders nach vorne mehr Abstand einhalten als zur Seite. Empfohlen werden zwei bis zweieinhalb Meter, zur Seite eineinhalb Meter. Außerdem sei eine durchgängige Durchlüftung des Raums wichtig, um die Aerosole stetig zu entfernen, so Prof. Dr. Matthias Echternach aus der Phoniatrie und Pädaudiologie der LMU München. Für professionelle Chöre halten die Wissenschaftler das Singen mit Maske nicht für sinnvoll, allerdings raten die Forschungsergebnisse zu Trennwänden zwischen den Sängern. Susanne Vongries aus dem Management des sendereigenen Chores zog aus der Studie "mehr Klarheit, um Abstandsregeln und Klimaverhältnisse in Räumen besser einschätzen zu können".

Zusätzlich zu den Sängern wurden während der Forschungen auch Musiker mit Blasinstrumenten untersucht, hierfür liegen jedoch bislang noch keine Ergebnisse vor.

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