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Samstag, 19. September 2020

Elbphiharmonie Hamburg, © Starwood Hotels & Resorts D-A-C-H

Elbphiharmonie Hamburg, © Starwood Hotels & Resorts D-A-C-H unter CC BY-SA 4.0

Konzertveranstalter kritisieren uneinheitliche Corona-Verordnungen

Lockerungen für Kulturveranstaltungen

Hamburg, . Deutschlandweit gibt es zum 1. Juli neue Regelungen zum coronabedingten Umgang mit Kulturveranstaltungen. So hat der Hamburger Senat beschlossen, dass Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wie beispielsweise der Elbphilharmonie wieder mit bis zu 650 Zuschauern durchgeführt werden können. Im Freien sind sogar 1.000 Teilnehmer erlaubt. Gibt es keine festen Sitzplätze, dürfen sich in geschlossenen Räumen 100 Personen versammeln, in Außenbereichen gar 200. In allen Fällen gilt das Abstandsgebot von 1,5 Metern. Die veranstaltenden Einrichtungen selbst müssen außerdem ein Hygienekonzept vorlegen und zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten die Kontaktdaten aller Teilnehmer erheben. Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sprach im Hinblick auf diese Lockerungen von mehr Planungssicherheit für die Kultureinrichtungen. In den vergangenen Monaten hatten alle Institutionen schließen müssen (klassik.com berichtete).

Im Saarland hingegen wurde ein Stufenplan verabschiedet, der die Spielsituation für Kultureinrichtungen von Mitte Juli bis Ende August regeln soll. Dabei werden im Abstand von zwei Wochen mehr Zuschauer erlaubt. Am Ende sollen in geschlossenen Räumen wieder 500 Besucher erlaubt sein, im Freien dürfen dann bis zu 1.000 Personen an einer Veranstaltung teilnehmen -  jeweils doppelt so viel wie zu Beginn des Stufenplans. Dabei seien die Hygiene-Raumkonzepte sowie die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts weiterhin einzuhalten. Sollte es Probleme geben, gab die saarländischen Landesregierung an, die Regelungen wieder einschränken zu wollen.

In Bayern überraschte die Regierung mit der Lockerung der Maskenpflicht: Auf dem festgelegten Sitzplatz dürfe die Maske zukünftig abgenommen werden, auch in geschlossenen Räumen. Beim Betreten der Kulturstätte und im Garderobenbereich gelte jedoch weiterhin die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete das Konzept als "Perspektive für die Kultur".

Die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern stoßen derweil vor allem bei Vertretern der Kulturbranche auf Kritik.So kritisierte der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) die Einschränkungen bei kulturellen Veranstaltungen während andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens bereits wie vor der Krise agieren könnten. "Wir gehörten zu den Ersten, die wirtschaftlich von der Krise betroffen waren und werden wohl die Letzten sein, die eine Rückkehr zur Normalität erleben", so Jens Michow, Präsident des BDKV. Durch die unterschiedlichen Verfügungen in allen 16 Bundesländern werde außerdem der Veranstaltungsbetrieb im erlaubten Rahmen erschwert: Teilweise widersprüchliche Regelungen erlaubten keine einheitliche Durchführung von Tourneeveranstaltungen, so Michow weiter. Lockerungen würden von der Politik darüber hinaus auch zu kurzfristig angekündigt. Ferner kritisierte der BDKV den Umgang mit der Pandemie im Vergleich zu anderen EU-Staaten. Nachdem in Dänemark und Spanien bereits seit Mai wieder gespielt werden dürfte, seien in den Niederlanden seit kurzem wieder unbegrenzte Teilnehmerzahlen erlaubt.

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