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Donnerstag, 9. Juli 2020

Wiener Staatsoper, © Michael Poehn

Wiener Staatsoper, © Michael Poehn

Neue Leiterin übernimmt zum 1. August

Wiener Staatsoper: Neues Konzept für Ballettakademie

Wien, . Die Wiener Staatsoper hat ein neues Konzept für die Ballettakademie erarbeitet. Die Akademie stand seit längerem in der Kritik, zuletzt hatte eine eigens eingesetzte Sonderkommission ihren Endbericht zu den Vorwürfen vorgelegt (klassik.com berichtete).

Das künftige Konzept soll unter der Leitung der neuen Direktorin Christiana Stefanou umgesetzt werden. Die griechische Tänzerin, die nach ihrer Karriere am Bayerischen Staatsballett als Direktorin der Compagnie der griechischen Nationaloper sowie als Pädagogin am Ballett am Rhein und dem Boston Ballet tätig war, übernimmt das Amt Anfang August. Stefanou plane, die Tanzausbildung in Wien weiterhin auf einem hohen Niveau zu erhalten. Damit sich das Potenzial dabei bestmöglich entfalte, "sollen die Studenten in einem sicheren und kreativen und hochprofessionell ausgerichteten Umfeld arbeiten können“.  Das Konzept setze auf transparente und respektvolle Kommunikation, den Ausbau der medizinischen und psychologischen Betreuung sowie das Engagement eines unabhängigen Kinderschutzbeauftragten. Im Hinblick auf kindgerechte Pädagogik soll das gesamte Curriculum überarbeitet werden. Außerdem soll an der Schule in Digitalisierung und Tanzsäle investiert werden. Für die Umstrukturierung sind insgesamt 882.000 Euro für die Infrastruktur und 862.000 Euro für das Personal veranschlagt worden.

Der im vergangenen Dezember vorgelegte Schlussbericht der Kommission rügte unter anderem die gesundheitliche Betreuung, der Mangel an klaren Verantwortlichkeiten sowie intransparente Prüfungskriterien. Die Kommission berichtete zudem von Ermutigungen zum Rauchen, damit die Schüler ihre Figur halten, sowie der Anrede mit Konfektionsgrößen. Kommissionsvorsitzende Susanne Reindl-Krauskopf kritisierte, dass eine Kontrolle der Schule durch die Staatsoper und den Vorsitz der Akademie so gut wie nicht existent gewesen sei. Kulturminister Alexander Schallenberg (parteilos) bezeichnete die Zustände an der Wiener Ballettakademie als "erschütternd".

Die Wiener Staatsoper wurde am 25. Mai 1869 in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth eröffnet. Unter den ersten Direktoren waren Franz von Dingelstedt, Johann Herbeck, Franz Jauner und Wilhelm Jahn. Einen ersten Höhepunkt erlebte die Wiener Oper unter dem Direktor Gustav Mahler, der das veraltete Aufführungssystem erneuerte, Präzision und Ensemblegeist stärkte und auch bildende Künstler für die neue Bühnenästhetik heranzog. Am 12. März 1945 wurde das Haus am Ring durch Bombentreffer weitgehend zerstört, doch bereits am 1. Mai 1945 wurden die Vorstellungen in der Volksoper und dem Theater an der Wien fortgesetzt. Die Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper fand mit neuem Zuschauerraum und modernisierter Technik am 5. November 1955 statt. Heute gilt die Wiener Staatsoper als eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt. Direktor ist Bogdan Roščić.

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