> > > Sächsische Landesbibliothek erwirbt Silbermann-Handschriften
Mittwoch, 8. Juli 2020

Portrait von Johann-Andreas Silbermann, © Franz Bernhardt Frey (1716-1806)

Portrait von Johann-Andreas Silbermann, © Franz Bernhardt Frey (1716-1806)

2.000 handschriftliche Seiten des Orgelbauers online einsehbar

Sächsische Landesbibliothek erwirbt Silbermann-Handschriften

Dresden, . Die Sächsische Landesbibliothek hat den schriftlichen Nachlass des Orgelbauers Johann Andreas Silbermann erworben. Die Bibliothek zahlte anteilig 70.000 Euro für die Handschriften des Instrumentenbauers aus dem 18. Jahrhundert. Der volle Preis der aus privater Hand verkauften Schriften lag bei 200.000 Euro, finanziell unterstützt wurde die Bibliothek von der Kulturstiftung der Länder sowie einer privaten Kunststiftung. Das sogenannte "Silbermann-Archiv" besteht aus fünf Bänden. Enthalten sind auf rund 2.000 Seiten Verzeichnisse, Beschreibungen, Skizzen, Zeichnungen und Aussagen zu mehreren hundert Orgeln in ganz Europa sowie ihren Orgelbauern, ferner gibt es Hinweise zum Orgelbau, der Materialbehandlung und Architektur. Auch Notizen über seinen Geschäftsbetrieb hinterließ Silbermann in sechs Jahrzehnten. Bereits 2014 hatte die Sächsische Landesbibliothek den Kauf eines Reisetagebuchs Johann Andreas Silbermanns mitfinanziert.

"Mit dem Silbermann-Archiv hat eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Geschichte der europäischen Orgel einen Schatz hinterlassen, der historisch ohne Parallele ist", so Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder. Die Seiten seien mehr als nur ein Dokument der barocken Orgelbaukunst. Im Internet sollen die Dokumente künftig digitalisiert Historikern der Bereiche Handwerk, Musik, Wirtschaft und Kirche offenstehen.

Johann Andreas Silbermann wurde am 26. Juni 1712 in Straßburg geboren. Er war der Sohn von Andreas Silbermann sowie der Neffe von Gottfried Silbermann und so erlernten auch seine Brüder und er den Beruf des Orgelbauers. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1734 die Geschäfte seines Vaters. Seine Instrumente stehen in Straßburg, Colmar, Molsheim, Gries und Arlesheim. Die erste baute er 1736, seine letzte zwei Jahre vor seinem Tod, viele sind heute denkmalgeschützt. Außerdem publizierte Silbermann 1775 eine Geschichte seiner Heimatstadt Straßburg. Johann Andreas Silbermann starb am 11. Februar 1783 in Straßburg.

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