> > > Bundesregierung will 1 Milliarde für Kultur bereitstellen
Donnerstag, 1. Oktober 2020

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, © Elke Jung-Wolff

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, © Elke Jung-Wolff

Programm soll Erhalt und Sicherung der kulturellen Infrastruktur ermöglichen

Bundesregierung will 1 Milliarde für Kultur bereitstellen

Berlin, . Die Bundesregierung hat für die Kulturbranche in Deutschland im Rahmen des 130 Milliarden teuren Konjunkturprogramms eine Milliarde Euro an Förderung eingeplant. Mit dem Geld sollen unter anderem Kinos, Musikclubs, Gedenkstätten, Museen, Theater und Festivals über die Virus-bedingte Pause hinweg unterstützt werden. "Für uns sind Erhalt und Sicherung der kulturellen Infrastruktur Deutschlands der Schlüssel, um wieder Arbeitsmöglichkeiten für Künstler und Kreative bundesweit zu schaffen", so Kulturstaatsministerin Grütters (CDU). Das vorgestellte Programm "Neustart Kultur" stelle die "Weichen auf Zukunft", um "unsere einzigartige Kulturlandschaft [zu] retten und den Künstlern eine Perspektive [zu] geben".

"Neustart Kultur" sieht unter anderem "pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen" vor. Mit 250 Millionen Euro sollen so die Kultureinrichtungen auf die Öffnung vorbereitet werden. Hierzu zählen beispielsweise die Umsetzung aktueller Corona-Maßnahmen wie Abstandsregeln und Hygienekonzepte, die Modernisierung von Belüftungssystemen sowie die Einrichtung von Online-Ticketing-Systemen. Der mit 450 Millionen Euro größte Teil des Programms, die "Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur und Nothilfen", richtet sich an Freiberufler und Solo-Selbstständige. Kleinen Kulturstätten und -projekten wie Vermittlern, Festivals, Privattheater, Kinos oder Galerien soll mit dem Geld über ihre  Einnahmeausfälle hinweggeholfen werden. 150 Millionen Euro stehen für die Sparte Musik bereit, 150 Millionen Euro für die Sparte Theater und Tanz, 120 Millionen Euro für den Bereich Film und 30 Millionen Euro sind für die verbleibenden Einrichtungen vorgesehen. Ferner umfasst das Programm mit 150 Millionen Euro die "Förderung alternativer Angebote". Mit dem Geld sollen neue Formate und Projekte zur Vermittlung, Vernetzung und Verständigung im Kulturbereich unterstützt werden. So hatten vor allem während der Kontaktsperre viele Einrichtungen ihr Programm alternativ online angeboten. Für "pandemiebedingte Mehrbedarfe" werden darüber hinaus bis zu 100 Millionen Euro bereitgestellt, um die Mehrausgaben sowie Einnahmeausfälle auszugleichen, die kulturelle Einrichtungen durch das Coronavirus erfahren haben. Weitere 20 Millionen Euro gehen an private Hörfunkveranstalter, die sich während der Pandemie nicht wie sonst durch Werbeeinnahmen finanzieren konnten. Das übrige Geld soll in ein Umbauprogramm fließen, das Zukunftsprogramm Kino sowie für Investitionen in nationale Kultureinrichtungen und die deutsche Orchesterlandschaft verwendet werden.

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Bisherige Kommentare:

  1. Wer ist die Kultur?
    Ist doch toll, so 'ne Milliarde für die Kultur. Aber offenbar nur für die institutionalisierte Kultur. Trotz aller vollmundiger Versprechen von Frau Grütters zu Beginn der Corona-Krise bleiben die, welche „die Kultur“ außerhalb der Institutionen betreiben, außen vor: die freischaffenden Künstler. Diese werden weiterhin, was leider nicht im Text steht, auf die Grundsicherung, sprich Hartz IV verwiesen.
    Nutzer_BIKVTYX, 06.06.2020, 14:18 Uhr

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Corona-Cluster bei der Camerata Salzburg
Sieben Musiker positiv getestet (30.09.2020) Weiter...

Alex Esposito zum Bayerischen Kammersänger ernannt
Verleihung des Titels durch Kulturminister Bernd Sibler (30.09.2020) Weiter...

Staatstheater Wiesbaden öffnet wieder
Überarbeitetes Hygienekonzept erlaubt weniger Zuschauer (29.09.2020) Weiter...

Stuttgart: John Cranko Ballettschule eingeweiht
Neues Gebäude bietet Platz für 150 Schüler (29.09.2020) Weiter...

Komponist Frédéric Devreese gestorben
Belgischer Musiker wurde 91 Jahre alt (29.09.2020) Weiter...

Musikfestival Alpenarte auf 2021 verschoben
Nächste Ausgabe im kommenden Juni denkbar (29.09.2020) Weiter...

St. Galler Kulturpreis für Max Aeberli
Schweizer Musiker freut sich über Preisgeld in Höhe von 20.000 Schweizer Franken (29.09.2020) Weiter...

Zufallsfund: Von Verdi signierter Klavierauszug gefunden
Auszubildender fand Schriftstück beim Aufräumen (28.09.2020) Weiter...

Schubertiade Schwarzenberg Hohenems abgesagt
Reisewarnung führt zur Absage der für Anfang Oktober geplanten Veranstaltungen (28.09.2020) Weiter...

Moldauische Staatsphilharmonie abgebrannt
Großbrand zerstört Konzerthaus und zahlreiche Instrumente (27.09.2020) Weiter...

Jupiter

Anzeige

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (10/2020) herunterladen (3612 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Pietro Antonio Cesti: La Dori

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich