> > > Bundesregierung will 1 Milliarde für Kultur bereitstellen
Donnerstag, 9. Juli 2020

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, © Elke Jung-Wolff

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, © Elke Jung-Wolff

Programm soll Erhalt und Sicherung der kulturellen Infrastruktur ermöglichen

Bundesregierung will 1 Milliarde für Kultur bereitstellen

Berlin, . Die Bundesregierung hat für die Kulturbranche in Deutschland im Rahmen des 130 Milliarden teuren Konjunkturprogramms eine Milliarde Euro an Förderung eingeplant. Mit dem Geld sollen unter anderem Kinos, Musikclubs, Gedenkstätten, Museen, Theater und Festivals über die Virus-bedingte Pause hinweg unterstützt werden. "Für uns sind Erhalt und Sicherung der kulturellen Infrastruktur Deutschlands der Schlüssel, um wieder Arbeitsmöglichkeiten für Künstler und Kreative bundesweit zu schaffen", so Kulturstaatsministerin Grütters (CDU). Das vorgestellte Programm "Neustart Kultur" stelle die "Weichen auf Zukunft", um "unsere einzigartige Kulturlandschaft [zu] retten und den Künstlern eine Perspektive [zu] geben".

"Neustart Kultur" sieht unter anderem "pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen" vor. Mit 250 Millionen Euro sollen so die Kultureinrichtungen auf die Öffnung vorbereitet werden. Hierzu zählen beispielsweise die Umsetzung aktueller Corona-Maßnahmen wie Abstandsregeln und Hygienekonzepte, die Modernisierung von Belüftungssystemen sowie die Einrichtung von Online-Ticketing-Systemen. Der mit 450 Millionen Euro größte Teil des Programms, die "Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur und Nothilfen", richtet sich an Freiberufler und Solo-Selbstständige. Kleinen Kulturstätten und -projekten wie Vermittlern, Festivals, Privattheater, Kinos oder Galerien soll mit dem Geld über ihre  Einnahmeausfälle hinweggeholfen werden. 150 Millionen Euro stehen für die Sparte Musik bereit, 150 Millionen Euro für die Sparte Theater und Tanz, 120 Millionen Euro für den Bereich Film und 30 Millionen Euro sind für die verbleibenden Einrichtungen vorgesehen. Ferner umfasst das Programm mit 150 Millionen Euro die "Förderung alternativer Angebote". Mit dem Geld sollen neue Formate und Projekte zur Vermittlung, Vernetzung und Verständigung im Kulturbereich unterstützt werden. So hatten vor allem während der Kontaktsperre viele Einrichtungen ihr Programm alternativ online angeboten. Für "pandemiebedingte Mehrbedarfe" werden darüber hinaus bis zu 100 Millionen Euro bereitgestellt, um die Mehrausgaben sowie Einnahmeausfälle auszugleichen, die kulturelle Einrichtungen durch das Coronavirus erfahren haben. Weitere 20 Millionen Euro gehen an private Hörfunkveranstalter, die sich während der Pandemie nicht wie sonst durch Werbeeinnahmen finanzieren konnten. Das übrige Geld soll in ein Umbauprogramm fließen, das Zukunftsprogramm Kino sowie für Investitionen in nationale Kultureinrichtungen und die deutsche Orchesterlandschaft verwendet werden.

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Bisherige Kommentare:

  1. Wer ist die Kultur?
    Ist doch toll, so 'ne Milliarde für die Kultur. Aber offenbar nur für die institutionalisierte Kultur. Trotz aller vollmundiger Versprechen von Frau Grütters zu Beginn der Corona-Krise bleiben die, welche „die Kultur“ außerhalb der Institutionen betreiben, außen vor: die freischaffenden Künstler. Diese werden weiterhin, was leider nicht im Text steht, auf die Grundsicherung, sprich Hartz IV verwiesen.
    Nutzer_BIKVTYX, 06.06.2020, 14:18 Uhr

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