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Sonntag, 31. Mai 2020

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Brief an Julius Stern, © Heinrich-Heine-Institut

Brief an Julius Stern, © Heinrich-Heine-Institut

Brief stammt aus dem Februar 1854

Heinrich-Heine-Institut erwirbt Schumann-Brief

Düsseldorf, . Das Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut hat einen Brief von Robert Schumann erworben. Der Preis, den das Schreiben beim Berliner Auktionshaus Bassenge erzielte, ist nicht bekannt.

Es handelt sich dabei um einen Brief des Komponisten an den Mitbegründer und späteren Direktor des Berliner Konservatoriums Julius Stern. Schumann verfasste das Schreiben am 27. Februar 1854, nur zwei Wochen vor seinem Suizidversuch. Inhaltlich befasst sich der Brief mit dem in die Presse geratenen Wunsch Schumanns, seine Stellung in Düsseldorf aufzugeben und stattdessen mit Stern zu tauschen. In dem Brief, den das Heinrich-Heine-Institut nun erstand, entschuldigt sich Schumann bei dem gekränkten Stern: "Lassen Sie denn Ihren letzten Brief auch nicht den letzten sein; ich habe Prim und Terz angeschlagen, nun thun Sie die Quinte dazu. Dann will ich Ihnen auch über die hiesigen Zustände schreiben, in denen freilich auch keine sonderliche Harmonie ist, ohngefähr so wie der 1ste Accord im Finale von der 9ten Symphonie. Leben Sie wohl und lassen Sie uns Lethe zusammen trinken."

Sabine Brenner-Wilczek, die Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts, bezeichnete den Brief als "herausragende[s] Original von großer Bedeutung". Es sei ein großer Schritt in Richtung für das neue Museum im letzten gemeinsamen Wohnhaus von Robert und Clara Schumann, welches sie nach dessen Fertigstellung führen wird. Das Gebäude wird zurzeit zu einem Museum umgebaut (klassik.com berichtete).

Das Heinrich-Heine-Institut ist eine 1970 gegründete Forschungseinrichtung mit Sitz in Düsseldorf. Der Fokus liegt auf Werk und Leben des Schriftstellers Heinrich Heine, jedoch gibt es auch ein Archiv zum Komponisten Robert Schumann. Der heutige Bestand des Instituts entstand aus der Handschriftensammlung der Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf. An Archive und Bibliothek der Einrichtung ist ein Museum mit einer Dauerausstellung zu Heine angeschlossen, außerdem sind einige Schriften auch online einsehbar.

Der Komponist Robert Schumann wurde am 8. Juni 1810 in Zwickau geboren. Er studierte zunächst Jura in Heidelberg und Leipzig. Dort begann er, Klavierunterricht bei Friedrich Wieck zu nehmen und widmete sich ab 1830 schließlich ganz der Musik. Eine Karriere als Pianist war ihm jedoch durch ein Fingerleiden unmöglich. 1834 gründete er die 'Neue Zeitschrift für Musik', an der er bis 1844 mitarbeitete. 1840 heiratete er die Tochter seines Lehrers, Clara Wieck. 1843 berief ihn Mendelssohn-Bartholdy als Kompositionslehrer nach Leipzig. Wenig später gründete Schumann den 'Verein für Chorgesang' in Dresden und wurde 1850 städtischer Musikdirektor in Düsseldorf. Sein kompositorisches Schaffen umfaßt Lieder und Liederzyklen, Klavier-, Orchester- und Kammermusikwerke sowie die Oper 'Genoveva'. Schumann starb am 29. Juli 1856 in Endenich bei Bonn.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Clara Schumann
Portrait Robert Schumann

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