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Samstag, 11. Juli 2020

Oper Frankfurt, © Epizentrum

Oper Frankfurt, © Epizentrum unter CC BY-SA 3.0

Landesdenkmalamt stellt Foyer unter Denkmalschutz

Was wird aus den Frankfurter Bühnen?

Frankfurt, . In der Diskussion um Abriss und Sanierung der Frankfurter Bühnen ist es zu einer überraschenden Wendung gekommen. Die Stadt hatte eigentlich im Januar 2020 den Abriss des aktuellen Doppelgebäudes und damit einen Neubau in noch ungewisser Form beschlossen, nun jedoch hat das Landesdenkmalamt das Foyer des Theaters unter Denkmalschutz gestellt. Das Foyer der Städtischen Bühnen erfülle laut amtlichem Gutachten die gesetzlichen Voraussetzungen eines Kulturdenkmals aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen. Das Gebäude stehe für das "demokratische Selbstverständnis Westdeutschlands nach 1945", so Landesdenkmalpfleger Heinz Wionski weiter, außerdem bestehe ein öffentliches Interesse an Theater und Oper.

Das Landesdenkmalamt könnte mit dieser Position den geplanten Abriss nun erschweren oder verhindern. Der Beschluss folgte einer Petition mit über 5.000 Unterschriften, die sich gegen den Abriss des Gebäudes aus den 60er Jahren wandte. Darüber hinaus setzt sich eine Initiative für den Erhalt der Theater-Doppelanlage ein.

Anfang des Jahres waren vier Varianten für die bauliche Zukunft der Frankfurter Bühnen vorgestellt worden, darunter die Sanierung des Doppelgebäudes sowie der Abriss. Ein Prüfbericht stellte fest, dass ein Abriss kostengünstiger wäre als eine Renovierung, also beschloss der Stadtrat Ende Januar den Abriss. Die Bauzeit würde mindestens siebeneinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Der zuständigen Stabsstelle zufolge liegt eine Sanierung mit Verbesserungen an der Substanz demnach bei 918,3 Millionen Euro. Ein Neubau, entweder als Doppelgebäude oder mit zwei einzelnen Häusern, würde dagegen nur zwischen 809,3 und 874,9 Millionen Euro kosten. Wegen dem Coronavirus liegen die Pläne derzeit allerdings auf Eis.

Die Oper Frankfurt ging aus einem seit 1792 in Frankfurt bestehenden Opernensemble hervor und hat seit 1963 ihre Spielstätte am Willy-Brandt-Platz. Das Haus beschäftigt derzeit über 1.000 Arbeitnehmer und verfügt über 1.369 Sitzplätze. Nach einem Großbrand wurde 1991 die Bühne erneuert, vor wenigen Jahren wurde für die Werkstätten ein Anbau realisiert. Seit der Spielzeit 2002/2003 ist Bernd Loebe Intendant der Oper.

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