> > > Gärtnerplatz-Theater trauert um langjährigen Ballettdirektor
Samstag, 30. Mai 2020

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Ivan Sertic, Ludmilla Narranda, © Christian Pogo Zach

Ivan Sertic, Ludmilla Narranda, © Christian Pogo Zach

Ivan Sertic im Alter von 93 Jahren gestorben

Gärtnerplatz-Theater trauert um langjährigen Ballettdirektor

München, . Der langjährige Ballettdirektor des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Ivan Sertić, ist im Alter von 93 Jahren verstorben.

"Eines der Markenzeichen des Staatstheaters am Gärtnerplatz ist seine starke Tanzsparte. Dass die Kompagnie heute künstlerisch derart selbstbewusst auftreten kann, ist auch ein Erbe der Amtszeit von Ivan Sertic als Ballettdirektor. Das Haus am Gärtnerplatz verdankt diesem Künstler bis heute viel, wir werden ihm ein würdiges Andenken bewahren.", so der bayerische Kunstminister Bernd Sibler anläßlich des Todes von Sertić.

Am 12. Januar 1927 in Zagreb geboren und aufgewachsen, wurde Ivan Sertić an der dortigen Staatlichen Ballettschule ausgebildet und sammelte Erfahrungen durch Studienaufenthalte in Paris, London und Moskau. Nach einem Engagement als Solist am Nationaltheater Zagreb wurde er von Tatjana Gsovsky nach Frankfurt am Main geholt. Er begann zu choreografieren und wurde in Folge Ballettmeister in Heidelberg und Lübeck sowie Ballettchef in Wuppertal und schließlich am Staatstheater am Gärtnerplatz. Im Jahr 1973 hatte ihn Staatsintendant Kurt Pscherer an das Gärtnerplatztheater geholt, um die Tanzsparte auch jenseits ihrer Auftritte in Opern, Operetten und Musicals zu einer eigenständigen künstlerischen Instanz zu führen. Bis 1985 blieb Sertić in dieser Position und etablierte die Kompagnie fest im Münchner Kulturleben als Alternative zum Ballett der Bayerischen Staatsoper mit regelmäßigen Eigenproduktionen im Spielplan. Am Gärtnerplatztheater prägte Sertić den Spielplan mehr als 12 Jahre lang mit Arbeiten wie »Coppélia« (Leo Delibés, 1973), »Cinderella« (Prokofjew, 1975), »Dualis für Schlagzeug und Tänzer« (Carlos Veerhoff, 1976), »Undine« (Hans Werner Henze, 1978), »Abraxas« (Werner Egk, 1979), »Die letzte Blume« (Felix Mendelssohn Bartholdy, 1980), »Don Quixote« (Minkus, 1980), »Nächte in spanischen Gärten« (Manuel de Falla u. a., 1981), »Die Geschöpfe des Prometheus« (Ludwig van Beethoven, 1984) und »Aschenbrödel« (Prokofjew, 1984). Nach seiner Zeit am Gärtnerplatztheater blieb er der Landeshauptstadt München treu, unterrichtete an Konstanze Vernons Ballett-Akademie und betätigte sich bis ins hohe Alter hinein auch als Bildender Künstler.

Das Staatstheater am Gärtnerplatz wurde am 25. August 1864 in der Münchner Isarvorstadt am belebten Gärtnerplatz gegründet. Das Haus ist heute eines von drei Bayerischen Staatstheatern und neben der Bayerischen Staatsoper das zweite Opernhaus der Stadt München. Die Kosten für die mehrjährige Sanierung, die in vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, waren von ursprünglich geplanten 77 Millionen Euro auf mehr als 121 Millionen Euro gestiegen. Aktueller Intendant ist Josef Köpplinger (seit 2012), Generalmusikdirektor ist seit 2017 Anthony Bramall.

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