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Freitag, 5. Juni 2020

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West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim (2013), © WolfD59

West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim (2013), © WolfD59

Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert

Rheingau Musik Preis 2020 geht an das West-Eastern Divan Orchestra und Dirigent Daniel Barenboim

Wiesbaden, . Das West-Eastern Divan Orchestra und ihr künstlerischer Leiter Daniel Barenboim werden mit dem Rheingau Musik Preis 2020 ausgezeichnet. Dies gab das Rheingau Musik Festival in einer Pressemitteilung bekannt. Die durch das Festival initiierte Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 27. Mal vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis hätte im Rahmen ihres Konzertes am 6. August 2020 im Kurhaus Wiesbaden verliehen werden sollen. Aufgrund der Absage des der diesjährigen Festival-Ausgabe aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie soll die Verleihung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Das West-Eastern Divan Orchestra wurde 1999 gegründet. Daniel Barenboim und der verstorbene palästinensische Literaturwissenschaftler Edward Said riefen einen Workshop für junge Musiker ins Leben, um den interkulturellen Dialog zu fördern. Sie benannten das Orchester und den Workshop nach Johann Wolfgang von Goethes Gedichtsammlung „West-östlicher Diwan“, einem zentralen Werk für die Entwicklung des Konzepts der Weltkultur. Die ersten Probensitzungen des Orchesters fanden in Weimar und Chicago statt. Mittlerweile ist es Beispiel für zahlreiche ähnliche künstlerische Unternehmungen. Israelis und Araber spielen in dem Klangkörper zusammen Seite an Seite und bilden einen "Leuchtturm der Völkerverständigung".

Barenboim wurde 1942 in Buenos Aires geboren. Im Alter von 10 Jahren gab Barenboim sein erstes internationales Konzert. Es folgten Auftritte in Paris 1955, London 1956, New York 1957 sowie regelmäßige Tourneen durch Europa, die USA, Südamerika, Australien und Fernost. Ab 1967 war er als Dirigent in London mit dem New Philharmonia Orchestra tätig, später ab 1969 auch in Berlin, New York und Chicago. 1975 übernahm er die Nachfolge Georg Soltis als Dirigent des Orchestre de Paris. Von 1973 bis 1989 war er Chefdirigent des English Chamber Orchestra und von 1987 bis 1989 künstlerischer Direktor der Opéra de la Bastille in Paris. 1981 debütierte er in Bayreuth mit "Tristan und Isolde", 1988 übernahm er den "Ring des Nibelungen". Von 1991 bis 2006 war er Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, 1992 wurde Daniel Barenboim Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden, im Jahr 2000 „Chefdirigent auf Lebenszeit“ ihres Orchesters, der Staatskapelle Berlin. Im Juni 2019 wurde nicht nur sein Vertrag mit der Staatsoper um weitere fünf Jahre von 2022 bis 2027 verlängert, sondern er wurde auch Ehrendirigent der Berliner Philharmoniker, die diesen Titel damit erstmals vergaben. In den letzten Jahren war Barbenboim mehrfach wegen seines Führungsstils in den Schlagzeilen. Mehrere Musiker und Personen aus seinem Umfeld hatten ihm u. a. Wutanfälle, Demütigungen, Machtspiele und Ausraster vorgeworfen. Barenboim ist Schirmherr der Selbsthilfegruppe Musiker mit Dystonie der Deutschen Dystonie Gesellschaft und initiierte die Gründung eines staatlich geförderten Musikkindergartens in Berlin. 2012 gründete er ebenfalls in Berlin eine Akademie für Nachwuchsmusiker aus dem Nahen Osten, die Barenboim-Said-Akademie, die 2016 ihren Betrieb aufnahm.

Der Rheingau Musikpreis wurde durch das Rheingau Musik Festival initiiert und ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zur Verfügung gestellt. Erstmals wurde der Preis im Jahr 1994 vergeben, in diesem Jahr wird die Auszeichnung zum 27. Mal verliehen. Die bisherigen Preisträger des Rheingau Musik Preises sind Volker David Kirchner (1994), Alexander L. Ringer (1995), Gidon Kremer (1996), das Ensemble Recherche (1997), Toshio Hosokawa (1998), Tabea Zimmermann (1999), Helmuth Rilling und die Internationale Bachakademie Stuttgart (2000), das Artemis Quartett (2001), Michael Quast (2002), Peter Greiner (2003), die Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin (2004), Niki Reiser (2005), Hugh Wolff (2006), der Windsbacher Knabenchor mit Karl-Friedrich Beringer (2007), Heinz Holliger (2008), Christian Gerhaher (2009), die Taschenoper Lübeck (2010), Bidla Buh (2011), die Lautten Compagney (2012), Fazıl Say (2013), Christoph Eschenbach (2014), Andreas Scholl (2015), Walter Renneisen (2016), Enoch zu Guttenberg und die Chorgemeinschaft Neubeuern (2017), Yannick Nézet-Séguin (2018) und Paavo Järvi mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (2019)

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Rheingau Musik Festival

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