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Freitag, 5. Juni 2020

Ruf nach Unterstützung in Höhe von fast 600 Millionen Euro

Interessenverbände fordern Hilfsprogramm für Musikwirtschaft

Berlin, . Interessenverbände und Verwertungsgesellschaften der Musikbranche haben ein Hilfsprogramm für die von der Corona-Pandemie betroffenen Mitarbeiter und Künstler in Deutschland gefordert. Die Verfasser des Aufrufs, darunter der Deutsche Musikverleger-Verband (DMV), die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), wünschen sich nicht rückzahlbare finanzielle Unterstützung. Die bislang durch den Staat zur Verfügung gestellten Mittel und Programme seien nicht ausreichend. Um das Überleben vieler Unternehmen in der Branche zu sichern, sei auch ein neues Konzept nötig.

Mit der Unterstützung sollen zehn Prozent der Verluste aufgefangen werden. Von dem Hilfsprogramm in Höhe von 582 Millionen Euro sollen neben Musikern auch Clubs, Festivals, Konzert- und Tourneeveranstalter und Künstlervermittlungen sowie Urheber, Verlage, Labels und die Instrumentenbranche profitieren . Mit 365 Millionen Euro fiele der größte Teil der geforderten Summe auf Konzertveranstalter und Vermittler, gefolgt von Festivals und Clubs mit je über 40 Millionen Euro. Künstlern wäre in der Rechnung mit 37 Millionen Euro geholfen, den restlichen Sektoren fielen je zwischen 15 und 30 Millionen Euro zu. Die Verbände und Gesellschaften sprechen in ihren Aufruf von insgesamt 130.000 betroffenen Beschäftigten, deren Sektoren alle eng verwoben seien. "Ohne staatliche Hilfe ist zu erwarten, dass bis zum Jahresende rund die Hälfte der Künstler und Urheber sowie Unternehmen des Wirtschaftsbereichs zahlungsunfähig sein werden", heißt es in dem Aufruf. Die Vielfalt der Branche gehe damit verloren, außerdem seien die Auswirkungen der Pandemie danach auch weiterhin für alle spürbar.

Die Forderungen unterstützen der Deutsche Musikverleger-Verband, die GEMA, der Bundesverband Musikindustrie, der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, der Bundesverband Popularmusik, der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren, die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten, der Bundesverband der Musikspielstätten, die Society Of Music Merchants und der Verband unabhängiger Musikunternehmer. Unter normalen Umständen erwirtschaftet die Musikbranche den Angaben zufolge einen Umsatz von 11,1 Milliarden Euro im Jahr.

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