> > > Coronavirus: GEMA will geschlossene Betriebe von Tantiemen befreien
Samstag, 4. Juli 2020

Auch Ausnahmen für die Übertragung von Gottesdiensten und Hilfen für Mitglieder

Coronavirus: GEMA will geschlossene Betriebe von Tantiemen befreien

Berlin, . Die GEMA hat Spielstätten, Kulturbetriebe und Freizeiteinrichtungen von Lizenzgebühren für Musik entbunden. Institutionen, die wegen des Coronavirus zwangsläufig geschlossen sind, müssen in nächster Zeit keine Tantiemen für die Nutzung GEMA-pflichtiger Musik bezahlen. Die von der Regierung geforderten Schließungen seien aus Sicht der Gesellschaft sinnvoll und sollten nicht mit zusätzlichen Gebühren bestraft werde. Die neue Regelung gelte rückwirkend ab Mitte März.

Auch bezüglich ihrer Pauschalverträge gab die GEMA eine Änderung bekannt. Normalerweise sind Livestreams von Institutionen wie der Kirche oder auch Tanzschulen vom Vertrag ausgeschlossen und müssen gesondert bezahlt werden. Aufgrund der aktuellen Situation soll auch während der Übertragungen der Pauschalvertrag gelten, schließlich ersetzten sie derzeit die normalen Veranstaltungen. Auch wenn der Stream heruntergeladen werde, sei keine seperate Lizenzierung notwendig.

Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Heker bezeichnete die absehbaren wirtschaftlichen Folgen durch das Coronavirus für die Kreativbranche als "verheerend". Die GEMA will nun eigene Mittel einsetzen, um die existenzgefährdeten Mitglieder zu unterstützen, das aktuelle Corona-Nothilfe-Programm für Mitglieder der GEMA beträgt 40 Millionen Euro. Eine kommende Mitgliederversammlung wurde von Mai in den Herbst verschoben.

Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ist die größte Verwertungsgesellschaft in Deutschland, die die Interessen von Komponisten und Textdichtern vertritt. Für die Aufführung von urheberrechtlich geschützten Werken müssen von den jeweiligen Veranstaltern Gebühren gezahlt werden. Nach Abzug ihrer Verwaltungskosten werden diese anschließend mittels eines komplexen Verteilerschlüssels an die Mitglieder der GEMA ausgeschüttet. Urheberrechtsschutz für Komponisten besteht in Deutschland seit 1901, die GEMA existiert seit 1903.

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