> > > Veranstalter-Verband fürchtet Insolvenz-Welle
Mittwoch, 15. Juli 2020

Coronavirus 2019, © 分液漏斗

Coronavirus 2019, © 分液漏斗 unter CC BY-SA 4.0

Bereits jetzt Börseneinbrüche um rund 20 Prozent

Veranstalter-Verband fürchtet Insolvenz-Welle

Hamburg, . Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) befürchtet einen wirtschaftlichen Einbruch aufgrund des neuen Coronavirus. Dem geschäftsführenden Präsidentin Jens Michow zufolge ist bereits seit einigen Tagen ein "erhebliche[r] Einbruch bei den Kartenverkäufen" zu beobachten. Hinzu kommen Karteninhaber, welche ihre Tickets zurückzugeben versuchen.

Ein zeitweiliges Verbot von Großveranstaltungen wie in Norditalien oder der Schweiz lässt auch in Deutschland Konzert- und Tourneeveranstalter bangen. Bei behördlichen Anordnungen zum Ausfall von Veranstaltungen drohe zahlreichen Veranstaltungsunternehmen der wirtschaftliche Kollaps, so Michow. Von den 3.000 selbstständig tätigen Inhabern im Wirtschaftszweig, die insgesamt rund 30.000 Mitarbeiter beschäftigen, hätte es bereits zwei Kurseinbrüche gegeben. Beim Ticketverkaufsservice Eventim brach der Börsenwert um fast 20 Prozent ein.

Neben den Veranstaltern wären von Absagen auch Künstler und weitere Dienstleister wie Technik- oder Sicherheitsunternehmen betroffen. Sollten auch in Deutschland Vorsichtsmaßnahmen gegen das aus China stammende Virus ergriffen werden, benötige der Veranstaltungssektor ein Hilfeprogramm, so Michow. Auch wünsche er sich, dass Anordnungen vorher genau geprüft würden und "tatsächlich aufgrund einer konkreten und nicht nur abstrakten Gefährdungsgrundlage" erlassen würden.

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) ging Anfang 2019 aus dem Verband der Deutschen Konzertdirektionen und dem Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft hervor. In dem Verband sind die Unternehmer des Gewerbes unabhängig von Sparten und Genres sowie Dienstleister in der Künstlerbetreuung zusammengefasst. Der Verband der Deutschen Konzertdirektionen e.V. wurde 1946 in Hamburg gegründet. Ziel des Verbandes war die Stärkung der privatwirtschaftlich organisierten deutschen Konzertwirtschaft. Im VdKD waren zuletzt über 200 Agenturen, Konzertveranstalter und Stiftungen zusammengeschlossen. Die Veranstaltungsbranche erwirtschaftet jährlich mit 113,5 Millionen verkauften Tickets einen Gesamtumsatz von rund fünf Milliarden Euro.

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