> > > Ernst von Siemens Musikpreis für Bratschistin Tabea Zimmermann
Sonntag, 23. Februar 2020

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Tabea Zimmermann, © Marco Borggreve

Tabea Zimmermann, © Marco Borggreve

Hauptpreis ist mit 250.000 Euro dotiert

Ernst von Siemens Musikpreis für Bratschistin Tabea Zimmermann

München, . Der Ernst von Siemens Musikpreis geht in diesem Jahr an die Bratschistin Tabea Zimmermann. Das Kuratorium der Ernst von Siemens Musikstiftung habe sich laut Pressemeldung aufgrund ihres tiefen musikalischen Verständnisses für die deutsche Musikerin entschieden. Zimmermann zeige eine bedingungslose Liebe zur Musik, welche sie ebenso enthusiastisch zu vermitteln sucht und so die gegenwärtige Musikwelt präge. Die Bratschistin lenke ihre Energie stets darauf, zum Kern des musikalischen Wesens durch zu dringen, so die Stiftung. Die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung soll neben ihrer Musik auch die persönliche Haltung Zimmermanns honorieren, ebenso wie ihre Leistungen in der Lehre und den Einsatz für die zeitgenössische Musik. Der Preis wird der Bratschistin Mitte Mai im Münchner Prinzregententheater im Rahmen eines Festaktes überreicht. Die Laudatio wird Norbert Lammert (CDU), ehemaliger Präsident des Deutschen Bundestages und Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, halten. Die musikalische Gestaltung übernehmen die Preisträgerin sowie das Ensemble Resonanz und der Schlagzeuger Christoph Sietzen, geplant sind Werke von Britten, Kurtàg und Berio. Neben Zimmermann werden außerdem ein Ensemble und ein Komponist mit Förderpreisen ausgezeichnet, deren Träger werden noch bekannt gegeben.

Tabea Zimmermann wurde am 6. Oktober 1966 in Lahr im Schwarzwald geboren. Sie erhielt im Alter von drei Jahren ihren ersten Bratschenunterricht, zwei Jahre später begann sie mit dem Klavierspiel. An ihre Ausbildung bei Ulrich Koch an der Musikhochschule Freiburg schloss sich ein Studium bei Sandor Végh am Mozarteum in Salzburg an. Eine Reihe von Wettbewerbserfolgen krönte ihre Ausbildung, darunter erste Preise beim Concours International in Genf 1982, Budapest 1984 und beim Wettbewerb "Maurice Vieux" in Paris 1983. Dort erhielt sie als Preis eine Bratsche des zeitgenössischen Geigenbauers Etienne Vatelot, auf der sie seitdem konzertiert. Von 1987 bis 2000 konzertierte sie regelmäßig mit David Shallon, dem verstorbenen Vater ihrer Söhne. Im Bereich der Kammermusik liegt ihr ein besonderer Schwerpunkt auf der Arbeit mit dem Arcanto Quartett mit den Geigern Antje Weithaas und Daniel Sepec und dem Cellisten Jean-Guihen Queyras. Professuren hatte Tabea Zimmermann bereits an der Musikhochschule Saarbrücken und an der Frankfurter Hochschule für Musik inne, seit Oktober 2002 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin. Für ihr künstlerisches Wirken ist Tabea Zimmermann sowohl in Deutschland als auch im Ausland mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Frankfurter Musikpreis, dem Hessischen Kulturpreis, dem Rheingau Musikpreis und dem Internationalen Preis der Accademia Musicale Chigiana in Siena. Im Januar 2006 erhielt sie den Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau für ihre besonderen Verdienste in der Auseinandersetzung mit dem Werk Paul Hindemiths. 2009 erhielt sie den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, 2012 den des Landes Baden-Württemberg. Zimmermann ist Mitglied des Rates der Hindemith-Stiftung in Blonay, Mitglied des Beirates des Musikkindergartens Berlin sowie Mitglied der Akademie der Wissenschaften Nordrhein-Westfalen. Seit 2013 ist sie im Verein Beethoven-Haus Bonn engagiert, ihr Amt als Präsidentin gibt sie 2020 an Daniel Hope ab.

Der Ernst von Siemens Musikpreis wird seit 1973 von der Schweizer Ernst von Siemens Musikstiftung vergeben. Gefördert werden 2019 weltweit rund 120 Projekte im zeitgenössischen Musikbereich, die Fördergelder belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro. Der größte Anteil der Förderung entfällt auf Kompositionsaufträge, aber auch Festivals, Konzerte, Kinder- und Jugendprojekte sowie Publikationen werden mit Fördergeldern bedacht. Die Dotierung des Hauptpreises liegt bei 250.000 Euro, während die Komponisten-Förderpreisträger jeweils 35.000 Euro sowie die Produktion einer Porträt-CD erhalten. 150.000 Euro fließen in die 2020 erstmals verliehene Auszeichnung für Ensembles. Die Stiftung vergibt in diesem Jahr über 3,5 Millionen Euro an Fördergeldern. Frühere Preisträger waren unter anderen Per Norgard, Christoph Eschenbach, Peter Gülke, Mariss Jansons, Michael Gielen, Klaus Huber, Anne-Sophie Mutter, Daniel Barenboim, Henri Dutilleux, Alfred Brendel, Nikolaus Harnoncourt und Wolfgang Rihm.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Michael Gielen
Portrait Wolfgang Rihm

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