> > > Berliner Staatsoper: Auftritt von Placido Domingo findet trotz Vorverurteilungen statt
Mittwoch, 26. Februar 2020

Placido Domingo, © ProtoplasmaKid

Placido Domingo, © ProtoplasmaKid unter CC BY-SA 4.0

Haus hält sich an bestehende Verträge

Berliner Staatsoper: Auftritt von Placido Domingo findet trotz Vorverurteilungen statt

Berlin, . Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat Stellung gegenüber den Vorwürfen gegen den Sänger Plácido Domingo bezogen. Die Anschuldigungen sexueller Belästigung würden einerseits sehr ernst genommen, so Intendant Matthias Schulz. Andererseits habe sich Domingo in Berlin aber stets vorbildlich verhalten, Schulz sehe somit "keine ausreichende Grundlage für eine Vorverurteilung und dafür, den seit langem gültigen Vertrag zu brechen". Der Spanier werde daher in den nächsten Tagen wie geplant in dem Haus auf der Bühne stehen.

Im Vorfeld des Auftritts hatte die ortsansässige Vereinigung "Pro Quote Bühne" ein Auftrittsverbot verlangt und gefordert, den Vertrag mit Plácido Domingo aufgrund der im Raum stehenden Vorwürfe gegen ihn aufzulösen. Intendant Schulz bot derweil dem Vereinsvorstand ein Gespräch an, sein Anliegen zu diskutieren.

Seit die Vorwürfe gegen den spanischen Sänger bekannt wurden, hatten vorwiegend Häuser in den USA Veranstaltungen mit Domingo abgesagt. Domingo selbst hatte seine Posten an der New York Metropolitan Opera und der Los Angeles Opera aufgegeben. Die Domingo betreffenden sexuellen Übergriffe sollen bis zu 30 Jahre in der Vergangenheit liegen.

Plácido Domingo wurde am 21. Januar 1941 in Madrid geboren und zog mit seiner Familie im Alter von acht Jahren nach Mexiko City, wo er Gesangsunterricht am Konservatorium nahm. Im Jahr 1968 sprang Domingo für den erkrankten Franco Corelli an der New Yorker Metropolitan Opera (MET) ein, was der Beginn einer langen Zusammenarbeit wurde: Mit Ausnahme von Enrico Caruso sang niemand so oft Premieren an der MET wie Plácido Domingo. 1993 feierte er dort mit Luciano Pavarotti das gemeinsame 25-jährige Bühnenjubiläum. Domingos Karriere als Dirigent begann ebenfalls in New York. In den 1990er Jahren wurde er gemeinsam mit den Tenören Luciano Pavarotti und José Carreras unter dem Namen "Die drei Tenöre" weltweit bekannt. Domingo war lange Zeit musikalischer Leiter der Washingtoner Oper und ist in gleicher Position an der Oper in Los Angeles aktiv. Nach dem Wechsel ins Bariton-Fach tritt er weiterhin weltweit auf. 2013 wurde Domingo mit dem japanischen "Praemium Imperiale" geehrt. 2015 wurde er zum Ehrendoktor der Universität Salamanca ernannt, er erhielt zudem eine Ehrendoktorwürde an der Chapman University im amerikanischen Orange und wurde Ehrenmitglied der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Plácido Domingo

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