> > > Staatsoper Stuttgart: Steuerzahlerbund für Bürgerentscheid
Samstag, 25. Januar 2020

Staatsoper Stuttgart, © Schlaier

Staatsoper Stuttgart, © Schlaier unter CC BY-SA 3.0

Sanierungspläne müssten von den Bürgern legitimiert werden

Staatsoper Stuttgart: Steuerzahlerbund für Bürgerentscheid

Stuttgart, . Obwohl der Vorschlag eines Volksentscheids zur Stuttgarter Opernsanierung für die Politik bereits der Vergangenheit angehört, fordert der Bund der Steuerzahler nun einen Bürgerentscheid. Präsident Zenon Bilaniuk sprach von einer nötigen Vergegenwärtigung des Milliardenprojekts. Rechnerisch trage jede Person in Stuttgart 800 Euro, um allein die Hälfte der Kosten zu stemmen, die nicht vom Land Baden-Württemberg kommt, so Bilaniuk. Die Abneigung von Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen) gegenüber einem Bürgerentscheid könne er nicht nachvollziehen, schließlich gehe es um den Einsatz von Steuergeldern. Neben Bauer hatte sich außerdem Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) dafür ausgesprochen, dass die Politik über die Sanierung der Staatsoper entscheiden solle. Einen Bürgerentscheid bezeichnete er zwar zunächst als möglich, in der Realität würde sich dies jedoch zu kompliziert. Der Bund der Steuerzahler hingegen plädierte in einem Brief an den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (ebenfalls Bündnis 90/Die Grünen) im Hinblick auf das hohe Konfliktpotenzial für eine größere Mitentscheidungsmöglichkeit für die Bürger: "Dadurch können die bisher veröffentlichten Sanierungspläne legitimiert werden oder eben nicht. Im letzteren Fall müssten die bisherigen Sanierungspläne überarbeitet werden".

Nach den aktuellen Plänen von Stadt und Land kostet die Sanierung der Oper sowie der Bau einer Interimsstätte wohl mehr als eine Milliarde Euro. Stadt und Land sollen diese Kosten zu gleichen Teilen übernehmen. Vor 2025 könne mit den Arbeiten nicht begonnen werden, danach wird die Bauzeit mit fünf bis sieben Jahren angegeben. Der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater entscheidet bei seiner Sitzung im März über die Pläne, außerdem ist eine Entscheidung des Stuttgarter Gemeinderats notwendig.

Das Opernhaus Stuttgart wurde 1912 nach Max Littmann fertiggestellt. Die von Littmann konzipierte und entworfene Theater-Doppelhausanlage mit Großem Haus, Kleinem Haus sowie den die beide Spielstätten verbindenden Funktionstrakten für Werkstätten, Technik, Verwaltung und Gastronomie machen das Haus zum größten Dreisparten-Theater der Welt. Eine Modernisierung wurde 1956 durch den Architekten Paul Stohrer vorgenommen.1983/84 wurden diese Eingriffe in den Zuschauerraum und die Foyers rückgängig gemacht und das Große Haus nach den Originalplänen Max Littmanns renoviert und technisch auf den Stand der Zeit gebracht. Generalmusikdirektor ist Cornelius Meister, als Intendant amtet Viktor Schoner. Bislang werden die Kosten für die geplante Renovierung auf eine Milliarde Euro geschätzt, 2025 soll mit den auf fünf bis sieben Jahre angelegten Arbeiten begonnen werden.

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