> > > Sanierung der Staatsoper Stuttgart: Gegenwind aus dem Landtag
Mittwoch, 3. Juni 2020

Staatsoper Stuttgart, © Schlaier

Staatsoper Stuttgart, © Schlaier unter CC BY-SA 3.0

Kritik an Landesbeteiligung in Höhe von 500 Millionen Euro

Sanierung der Staatsoper Stuttgart: Gegenwind aus dem Landtag

Stuttgart, . Hinsichtlich der Opern-Sanierungskosten in Höhe von rund einer Milliarde Euro haben im Landtag von Baden-Württemberg zahlreiche Abgeordnete den Landesanteil von 500 Millionen Euro kritisiert. Während die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen zu Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (beide Bündnis 90/Die Grünen) halten, ziehen sich Bedenken durch alle übrigen Fraktionen. FDP-Chef Hans-Ulrich Rülke sieht die Kosten als "im Land nicht zu vermitteln", statt einem Opernhaus würde die Fraktion die Sanierung von Straßen oder Schulen im Land vorziehen. Thomas Dörflinger von der CDU anerkannte zwar die Notwendigkeit der Opernsanierung, bezeichnete die Summe jedoch als zu hoch und berichtete von Gegenstimmen aus seinem Wahlkreis. Parteikollege und Generalsekretär Manuel Hagel forderte dagegen, dass es "tunlichst [vermieden werden sollte], Interessen einzelner Regionen gegeneinander auszuspielen […]". Auch Abgeordnete der SPD und AfD äußerten sich kritisch zu den Kosten der Opernsanierung.

Nach einem Vorschlag der Bürgerinitiative „Aufbruch Stuttgart“ war zuletzt auch ein Volksentscheid in der Diskussion. Die Gruppe argumentiert seit längerer Zeit für eine weniger umfangreiche Sanierung des maroden Gebäudes und befürwortet stattdessen einen Neubau. Die zuletzt vorgelegten Schätzungen von 740 bis 960 Millionen Euro für die Sanierung, die 2025 beginnen soll und fünf bis sieben Jahre andauern werde, exklusive der Kosten für ein Interimsgebäude, werden von dem Verein als zu hoch betrachtet.

Das Opernhaus Stuttgart wurde 1912 nach Max Littmann fertiggestellt. Die von Littmann konzipierte und entworfene Theater-Doppelhausanlage mit Großem Haus, Kleinem Haus sowie den die beide Spielstätten verbindenden Funktionstrakten für Werkstätten, Technik, Verwaltung und Gastronomie machen das Haus zum größten Dreisparten-Theater der Welt. Eine Modernisierung wurde 1956 durch den Architekten Paul Stohrer vorgenommen.1983/84 wurden diese Eingriffe in den Zuschauerraum und die Foyers rückgängig gemacht und das Große Haus nach den Originalplänen Max Littmanns renoviert und technisch auf den Stand der Zeit gebracht. Generalmusikdirektor ist Cornelius Meister, als Intendant amtet Viktor Schoner.

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