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Donnerstag, 9. Juli 2020

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Verleihung des Kaske-Preises, © Gregory Giakis

Verleihung des Kaske-Preises, © Gregory Giakis

Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert

Kaske-Musikpreis für Komponistin Olga Neuwirth

München, . Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth hat den diesjährigen Preis der Christoph und Stephan Kaske Stiftung erhalten. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Verleihung fand im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz statt. Die Laudatio hielt die Komponistin Konstantia Gourzi, das Ensemble Zeitsprung führte die beiden Neuwirth-Kompositionen incidendo/fluido sowie Quasare/Pulsare II auf.

Olga Neuwirth wurde am 4. August 1968 in Graz geboren. Neuwirth zählt zu den bedeutendsten Komponistenpersönlichkeiten der Gegenwart. Als Tochter des Jazz-Musikers Harry Neuwirth und Nichte des Musikwissenschaftlers und Wiener-Schule-Spezialisten Gösta Neuwirth wuchs die heute 50-Jährige in der Tradition beider Musikformen auf. Ein Unfall machte ihren ursprünglichen Plan, Jazz-Trompeterin zu werden, zunichte und so begann sie bereits mit 15 Jahren mit dem Komponieren. Sie studierte Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst und am Elektro-Akustischen Institut, beide in Wien. Weitere Studien folgten in San Francisco und Paris. Wesentliche Anregungen gingen zudem von Komponisten wie Adriana Hölszky, Tristan Murail und Luigi Nono aus. 1991 wurde sie mit den beiden Mini-Opern "Der Wald – Ein tönendes Fastfoodgericht" und "Körperliche Veränderungen" nach Texten von Elfriede Jelinek international bekannt. Neue Medien und alte Instrumente sind für Olga Neuwirth keine Widersprüche. 2003 erfolgte beim „steirischen herbst“ in Graz die Uraufführung des Musiktheaters Lost Highway nach dem gleichnamigen Film von David Lynch. Bei den Salzburger Festspielen wurde ihr Trompetenkonzert von den Wiener Philharmonikern uraufgeführt. 2002 war sie Composer in Residence bei den Luzerner Festwochen, 2007 nahm sie an der documenta 12 mit der Klanginstallation ...miramondo multiplo... teil, 2016 beim Lucerne Festival, wo ihr für Martin Grubinger geschriebenes Schlagzeugkonzert uraufgeführt wurde. Sie erhielt für ihr Schaffen mehrere Auszeichnungen, etwa den South Bank Show Award und den Großen Österreichischen Staatspreis. 2006 wurde sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin und 2013 Mitglied der Akademie der Künste München.

Die Christoph und Stephan Kaske Stiftung wurde 1988 von Karlheinz und Christiane Kaske im Gedenken an ihre Söhne Christoph und Stephan mit dem Ziel gegründet, neue Musik zu fördern. Im Geiste dieser Gründungsidee entwickeln Joachim und Dagmar Kaske und ihre Kinder Katharina, Johannes und Fabian die Stiftung weiter. Die Jury, die den jährlichen Preisträger der Stiftung auswählt, besteht aus den Stiftungsbeiräten Konstantia Gourzi, Minas Borboudakis, Theo Geissler und Andreas Kolb. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Den Preis der Stiftung gibt es seit 1989 und Preisträger waren seither u.a. Pierre Boulez, Peter Eötvös, Kaija Saariaho, Mark Andre, Enno Poppe, Josef Anton Riedl, Isabel Mundry und Georges Aperghis.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Olga Neuwirth

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